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Regen, Reis und Tagálog

Hallo nach Deutschland,

gerade sitzen Claas und ich in meinem Zimmer, hören Musik, lesen, lernen Tagálog und ich dachte mir, dass es mal wieder Zeit für einen Bericht ist.
Während wir eben gegessen haben, hat es endlich angefangen – zu regnen!! Wir haben den Regen eigentlich schon bei unserer Ankunft erwartet, da wir uns ja in der Regenzeit befinden. Doch wir hatten Glück und die Sonne hat uns fast eine Woche verwöhnt. Es regnet nun also und nicht nur das. Auch ein Gewitter hat eingesetzt. Wir haben unseren ersten kurzen Stromausfall erlebt und zucken jedes Mal zusammen, wenn der heftige Donner über uns erschallt.

Seit Montag drücken auch wir nun wieder die Schulbank 🙂 Jeden Montag bis Freitag haben wir von 9-12 Uhr Tagálog-Unterricht mit der lieben Mrs. Santos, die auch am benachbarten College unterrichtet. Wir sind fleißig am lernen, schreiben uns jedes neue Wort auf und versuchen immer mehr Sätze auf Tagálog zu sprechen. Wir leben also mittlerweile in einer Deutsch-Englisch-Tagalog Sprachwelt, was anspruchsvoll und manchmal schon anstrengend ist. Doch es ist eine Freude, das Lächeln auf den Gesichtern der Philippinos/as zu sehen, wenn wir Tagálog versuchen zu sprechen.

Am Montag haben wir das erste Mal unsere Waschkünste unter Beweis gestellt. Das hat viel Spaß gemacht!

Gestern haben wir am Gottesdienst im Konvent der Salvatorianerinnen, wo auch Sr. Carol lebt, besucht und anschließend zu Abend gegessen. Das Konvent feiert zur Zeit den Festtag ihrer Gründerin, Maria-Theresa von Wühllenweber. Diese stammt aus Deutschland, weshalb alle Schwestern ein bisschen Deutsch beherrschen. Besonders begeistert hat uns der Gottesdienst, der in einer sehr schönen und gepflegten Kapelle stattfand und mit wunderbaren Liedern gestaltet war.

Heute sind wir zum Priesterseminar gefahren, das weit in der Natur gelegen ist, was ich sehr genossen habe. Dort haben wir uns angeschaut, wie der Reis getrocknet wird und auch selbst ein bisschen Hand angelegt. Dafür wird der Reis auf einer großen Fläche, hier das Basketballfeld, ausgebreitet und jede halbe Stunde gewendet.
Danach haben wurden wir von Noli durch die Felder geführt, hin zu der Stelle, an der die Bauern gerade Reis am Ernten waren. Noli ist ein Mitarbeiter im Social Action Center und Farmer. Er ist im Projekt des „Organic Farming“ aktiv. Dort hält er Fortbildungen für Bauern, in denen er Alternativen zum chemischen Anbau von Reis aufzeigt.
Wir konnten auf den Feldern zusehen, wie der Reis geerntet, zu Bündeln zusammen geschnürt und auf einen Haufen geworfen wird, um dann durch die Dreschmaschine zu laufen. Das Endprodukt sind die Reiskörner, die in Säcken gesammelt werden; sowie die Halme, die entweder wieder zum Düngen oder als Futter für die Kühe verwendet werden. (siehe Bilder)
Das alles haben die Bauern bei glühender Hitze, unter der prallen Sonne gemacht!! Unvorstellbar für die meisten von uns. Davor haben wir höchsten Respekt.
Nach dem heutigen Tag, kann ich mir nun endlich ansatzweise vorstellen, wie die Landwirtschaft bei uns früher von statten ging. Ich werde nun also endlich ein Bild vor Augen haben und ansatzweise um die  Anstrengung wissen, wenn ich wieder Geschichten von früher lausche.

Ich hoffe, dass das Wetter mitspielt und wir in 2 Wochen das Reisfeld, das Sina und Franzi gepflanzt haben, ernten können. Darauf bin ich schon sehr gespannt.
Liebe Grüße aus der Radiostation
Magdalena