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Isang Lingo sa Pilipinas

Das heißt „eine Woche auf den Philippinen“ auf Filipino. Eine Woche ist es jetzt her, das wir uns völlig übermüdet in unsere Betten gelegt haben, in einer fremden Stadt, in einem fremden Land.

In dieser Woche ist viel passiert. Sie war so vollgestopft, dass ich mich immer wundere, dass es nicht zwei oder drei waren. Die Gesichter hier, die Stadt sind nicht mehr ganz so fremd wie sie am Anfang waren, selbst die undurchdringliche Sprachbarriere hat klein(st)e Gucklöcher bekommen.
Doch ich will mich gar nicht mit Berichten aufhalten, was passiert ist. Darüber haben wir schon viel geschrieben, außerdem mag ich Erlebnisberichte nicht so wahnsinnig. ich will mich an einer etwas persönlicheren Reflektion versuchen und ein bisschen Einblick in mein Innenleben geben.
So bear with me (freie Übersetzung: Ertragt mein Gelaber):

Achtung! Dieser Beitrag enthält nur persönliches Befinden und keine Erzählung. Weiterlesen auf eigene Gefahr 🙂

So wie Frau Antony es uns beigebracht hat, starte ich mit einer Leitfrage:

Wie geht es mir?

Eigentlich eine harmlose Frage, die jedoch in den Kern der gesamten Situation hier trifft. So viele neue Eindrücke müssen sortiert und verarbeitet werden, dass mein Innenleben einem Wildwasserparkour gleicht (für alle, die böses Kopfkino wollen und mir einen dummen Kommentar nicht übel nehmen, markieren: Stellt euch das mal bildlich vor! 🙂) . So viel Neues. Irgendwie habe ich langsam das Gefühl, dass ich dieses Wort (neues) so inflationär benutze, dass es bald wertlos wird. Was löst das in mir aus? Wie fühlt es sich an, hier in dieser Situation zu stecken?

Ich kann sie nicht beantworten. Nicht vollkommen, nicht, ohne mit euch den Platz zu tauschen. Aber ich kann Ausschnitte zeigen.

Ich fühle mich wohl, weil:

  • die Mitarbeiter hier uns so wahnsinnig offen empfangen haben, und uns wirklich aufgenommen haben.
  • mir viele Eigenarten der Filipinos/nas, bzw. Eigenarten die einige oder viele der Menschen, die ich hier treffe, aufzeigen sehr sympathisch sind. Wobei sie später wahrscheinlich auch nervtötend werden können.
    • Unpünktlichkeit, oder eher ein dehnbarer Zeitbegriff (ja Philip, du darfst mich steinigen), wobei bisher keine wirkliche Verabredung verpasst wurde (außer von uns)
    • eine große Flexibilität, vor allem im Transportwesen
    • eine sehr freundliche, höfliche Art (und hier verallgemeinere ich mit gutem Gewissen auf fast alle Menschen, die ich hier treffe!)
  • ich das Essen mag. Auch wenn es manchmal echt nicht abwechslungsreich oder kreativ ist.
  • Tagalog nicht ganz so furchtbar ist, wie ich dachte. Ich mag die Sprache an sich sogar recht gerne.

Ich fühle mich nicht wohl, weil:

  • ich euch alle langsam aber sicher wirklich vermisse. Vor allem Mom, Dad und Till.
  • es hier so unglaublich heiß ist. Wobei mit dem Regen eine deutliche Abkühlung kommt. Rain, Heat, Mosquitos, pick your poison! (Regen, Hitze oder Mosquitos, suchs dir aus!)
  • ich hier so stark „Ausländer“ bin, wie vorher nie in meinem Leben.
  • ich noch keine Freunde / Bekannte in meinem Alter habe, und ich echt gerne abends mal was unternehmen würde. Wir wollen uns am Samstag die Mitarbeiter der Radiostation Bastian, Bruder Emil und Bruder Benedict (22, 29, 30, also auch nicht ganz unser Alter) schnappen, und die fragen, ob sie was unternehmen wollen.
  • ich hier wirklich sehr offen mit Armut konfrontiert werde und dabei immer eine Extrawurst bekomme. Die will ich gar nicht (immer ;-), ich muss zugeben, der Internetanschluss zum Beispiel ist echt komfortabel).

Jetzt habe ich eine Grundregel der Erörterung verletzt. Ich habe mit einem Argument gegen mein Schlussplädoyer geendet. Alles in allem ist die Bilanz nämlich durchaus positiv, auch wenn die Liste der negativen Dinge länger ist und am Ende steht. Aber gerade der allererste Punkt der Positiv-Liste hilft toll über so viele kleine (oder auch größere) Probleme hinweg. Wir schauen gespannt auf die nächsten Wochen.

Übermüdet bin ich allerdings immer noch. Eine Sache ist also auf jeden Fall gleichgeblieben :-).

Viele Grüße,
Claas

P.S.: Sr. Carol will mir helfen, eine Gitarre zu organisieren :-)!

2 Kommentare

  1. Volker Kommrowski Volker Kommrowski 5. September 2013

    Hi Claas,

    das ist ja eine ganze Menge Erlebnisse und Eindrücke, die du da in einer einzigen Woche schon gesammelt hast. Klasse Berichte! Weiterhin alles Gute und pass auf dich auf.

    Viele Grüße
    Volker

  2. Claas Völcker Claas Völcker Autor des Beitrages | 6. September 2013

    Fixed my horrible msitake!