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Besuch im Konvent, in Bani und auf den 100 Islands

Uns ist aufgefallen, dass seid unserem letzten Erlebnisbericht eine Menge Zeit vergangen ist. Irgendwie geht mein Zeitgefühl hier insgesamt ziemlich kaputt. Mal denke ich, ich sei schon eine halbe Ewigkeit hier und habe schon so viel gesehen. Im nächsten Augenblick meine ich, es sei erst vorgestern mit Isa nach Liederbach gefahren, um letzte Besorgungen zu machen.

Naja, jetzt bin ich mit meinem Umzug fertig und kann schreiben. Umzug? Ja, tatsächlich, ich bin umgezogen! Mit Lenas tatkräftiger Unterstützung habe ich meinen Kram den weiten Weg aus Zimmer 204 (Franzi’s altem Zimmer) in Zimmer 209 verlegt. Der Grund ist etwas peinlich. Ich habe nämlich nicht nur mein Licht, sondern auch mein Klo zerstört. Beim Licht konnte Rey mir noch helfen, das Klo muss aber ersetzt werden.
Nachdem Ate Anett ihren Lachanfall wegen dieser „kleinen“ Missgeschicke endlich überwunden hatte, hat sie mir den Schlüssel für 209 in die Hand gedrückt.

Aber nun mal mit etwas Struktur weiter. Unser letzter Bericht stammt vom 4., also mache ich jetzt weiter mit dem…

5. September – ?Fiesta? im Konvent & Wolkenbruch in Alaminos

Lena und ich wagen uns das erste Mal alleine ins hiesige Straßennetz.
Nachdem wir das Konvent der Salvatorian Sisters (Sr. Carols Orden) am Dienstag schon einmal mit Father Mel besucht hatten, mussten wir dieses Mal alleine fahren. Die Sisters hatten uns zum Feiertag ihrer Gründerin eingeladen. Offenbar sollte es eine große Fiesta geben.
Nach unserem Tagalogunterricht sind wir also durch den strömenden Regen zum CSI (großes Kaufhaus) gegangen, um einen Bus nach Tara zu erwischen. Das war einfacher als gedacht: Man muss einfach nur jedem ankommenden Fahrzeug „Bolinao, Bolinao, Bolinao“ entgegenbrüllen, dann kommt entweder „Hindi, Anda“ oder „Oo“ zurück. Das ganze geht, wie wir inzwischen wissen, auch eleganter, aber es hat prima funktioniert.
Im Konvent mussten wir leider feststellen, dass die Fiesta schon rum war. Die ganzen Leute aus dem Dorf hatten am Morgen gefeiert, während wir die Feinheiten der Tagalog-Konjugation studierten. Mist! Wir wurden trotzdem fröhlich empfangen. Die Sisters freuen sich immer über deutschsprachigen Besuch, da sie alle im Noviziat Deutsch lernen mussten. Also haben wir gemütlich gegessen und uns dann von Sr. Carol das Lied „Web of Life“ beibringen lassen. Echeter Tipp für Casa Sonata zur Gabenbereitung!
Bei der Rückfahrt hatten wir leider kein Glück. Der erste Bus kam, wir winkten, dass er anhalten sollte. Der Fahrer winkte uns sehr nett zurück und fuhr winkend und lächelnd weiter. Später haben wir erfahren, dass wir richtig an den Straßenrand gehen und dem Busfahrer bedeuten müssen, dass er ahalten soll. Der nächste Bus ließ länger auf sich warten…

6. September – Kurzer Besuch im SAC

Hmm, irgendwie wird das nichts. Wir haben endlich mit Sr. Carol das Social Action Center besucht. Der Plan dazu stand schon seid Anfang der Woche, wir haben es allerdings jetzt erst geschafft. In den Sozial Action Centers der Pfarreien werden die sozialen Projekte der Diözese koordiniert (z.B.: Ernährungsprogramme, Initiativen für ökologische Landwirtschaft…). Eigentlich würden wir da gerne mitmachen, aber die Projekte sind vormittags und da müssen wir in die „Schule“.

7. September – Zu viel Essen in Bani

Der nächste Pfarreibesuch steht an! Nach Mabini haben wir am Samstag dann auch Bani besucht. Als erstes haben wir unser neues Öffentliche-Verkehrsmittel-Fu angewand und sind sicher mit dem Jeepney nach Bani gekommen. Da sind wir zu Sr. Carol und Father Jonas, dem Pfarrer der Pfarrei, gestoßen. Zusammen mit diesen und den Mitgliedern des Partnership-Councils, also den Gemeindemitgliedern, die sich für die Partnerschaft Bani – Schmitten einsetzten, haben wir unsere Wünsche und Vorstellungen über unseren Aufenthalt in der Diözese und auch in Bani ausgetauscht. Ein erhellendes, witziges Gespräch, das von einer wahren Fülle von Köstlichkeiten begleitet wurde. Dann haben wir mit allen zusammen noch Aggno, die Nachbarpfarrei, besucht, deren Kirche von einer gigantischen Schar Fledermäuse bewohnt wird, und sind an den Strand gegangen. Father Jonas stellte sein Marketingtalent unter Beweis, als er uns auf die unzähligen Vorteile eines Aufenthalts in Bani hinwies. Es ist immer schön zu merken, dass die Leute uns wirklich bei sich haben wollen (Hinweis für Isa & andere: Nicht ironisch gemeint!).
Danach ging es zum Mittagessen zurück nach Bani und von dort zu einem kleinen Snack in Father Jonas` Haus in Lucap, einem Barangay bei Alaminos nahe der Küste. Zurück in Alaminos wollte ich nur noch eins. Nie wieder etwas Essen!

8. September – Hundred Islands

Eigentlich hatten Lena und ich beschlossen, das wir in Alaminos in den Jugendchor gehen wollten. Wir hatten auch schon mit PJ, dem Chorleiter geredet, der unglaublich nervös war, dass wir kommen wollten. Ich habe ihm dann erklärt, dass wir immer hundertmal nervöser sind, als die Filipinos, die mit uns reden.
(Leider) hatte Sr. Carol etwas anderes für uns geplant. Sie hatte vier Freiwillige aus ihrem Konvent in Manila eingeladen, Alaminos und die Hundred Islands zu besuchen. Zwei deutsche Abiturientinnen hatten einen zweimonatigen Freiwilligendienst in Alaminos geleistet. Die anderen Beiden waren Studentinnen aus Linz (eine Österreicherin und eine Deutsche) die ein Auslandspraktikum gemacht hatten. Zusammen mit ihnen haben wir einen schönen Strandtag auf den Hundred Islands gemacht. Aber dazu sagen Bilder mehr als Worte :-)…