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Zurück „zuhause“.

Unglaublich aber wahr: nach fast einem ganzen Jahr auf den Philippinen, von dem ich manchmal glaubte, es würde nie vorübergehen – sind Franziska und Ich gestern Morgen wieder in Frankfurt gelandet. Die deutschen Flughafenansagen haben uns direkt überrumpelt und noch bis hinter die Passkontrolle haben wir auf Englisch und zum Teil auf Tagalog geantwortet und dafür ein höfliches oder amüsiertes Lächeln geerntet. Und dann standen wir auf einmal unseren Familien und Freunden gegenüber, die uns mit lautem Geschrei und großen Willkommensplakaten begrüßten. Frankfurt hat uns also wieder – es ist heiß, riesig groß, sauber, leise und grün – eine fremde Welt.

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Das vierte Paar Flip-Flops, die ich in meinem Philippinenjahr zerlaufen habe. Ein fünftes Paar wurde bei der Rückkehr von einem Strandausflug aus dem Tricycle geschleudert und ist nicht wieder aufgetaucht.

Die letzte Woche in Alaminos in der Radiostation war ein sehr schöner Abschluss und (philippinischer) Abschied von unseren Freunden dort. Bis zum Donnerstag hat ja schon Franziska berichtet. Am Freitag verbrachten wir wieder den Großteil des Nachmittages in Ate Bings Küche um Brot für das Frühstück am letzten Samstag (ang huling almusal = das letzte Frühstück) zu backen und Bananenkuchen für unsere kleine Abschiedsfeier mit den Kindern aus unserem Spielprojekt der ersten Monate und die Straßenkinder zu produzieren. Eine Feier mit Straßenkindern zu organisieren ist recht schwierig. Wir haben alle, die wir gesehen haben immer wieder an Datum und Zeit erinnert aber zuletzt waren dann doch nur sehr wenige da. Ob das am fehlenden Zeitgefühl, am Misstrauen oder an etwas anderem lag, können wir dabei schlecht einschätzen. Einder der älteren Jungen hatte zwar versprochen zu kommen aber auch gesagt, es sei schwierig, weil er in Alaminos „Feinde“ habe. Trotz allem wurde es ganz schön. Wir haben gegessen, getrunken, gespielt und gemalt und am Ende zum Abschied alle Reste inklusive der Stifte verschenkt. Abends war ich bei dem ehemaligen Seminaristen Micheal zu Gast, mit dem wir in unserer  ersten Woche auf den Philippinen im Seminar gesungen hatten.Auf dem Bild sind er, ich, einige andere Studenten und seine Gastmutter zu sehen.

Und dann war auch schon der letzte Tag da (ang huling araw). Wir haben uns eine letzte Maniküre und Pediküre gegönnt (bei knapp 2 Euro für beides musste das einfach sein) und haben Eiscreme auf dem Glockenturm gegessen und den Sonnenuntergang bewundert. Das hatten wir schon das ganze Jahr über vor gehabt und es nie geschafft. Eduard der Küster hatte schon gewitzelt, wir würden erst am letzten Tag dazu kommen und er hat Recht behalten. Und am letzten Abend (ang huling gabi) fuhren wir nach Lucap für die letzte „Girls Night Out“ inklusive einigen Männern. Es war ein schöner Abschied, den wir in der Küche ausklingen ließen. Am Sonntagmorgen um halb 6 fuhren wir los in Richtung Manila.

Und wie geht es mir jetzt? Ich bin mir noch nicht sicher. Alles fühlt sich so fremd und doch so vertreut an. Dinge haben sich im letzten Jahr verändert aber vieles ist auch gleich geblieben. Auf mich wartet das Studium – ein neuer Abschnitt. Und doch werde ich auf die Philippinen zurückkehren und mein Leben dort „besuchen“, vielleicht schon bald. Es heißt, der Kulturschock beim Nachhause kommen ist schlimmer als der im Ausland. Für mich und Franziska wird sich das wohl noch erweisen müssen.

Noch bekomme ich dank International Roaming regelmäßig SMS von den Philippinen und habe auch schon einige Freunde in Skype wiedergesehen. Noch sind noch nicht alle Sachen verstaut und weggeräumt. Noch habe ich einige Päckchen 3-in-1, die ich bei Heimwehattacken trinken kann. Und was in Zukunft kommt…wer weiß?

Eure Sina

P.S. Noch diese Woche treffen wir uns mit unseren Nachfolgern, die auch diesen Blog bald übernehmen werden. Ich freue mich, dass maka-tao.de lebendig bleiben und sich weiter mit Erfahrungen und Geschichten, Bildern und Eindrücken füllen wird. Claas und Magdalena – ich freue mich schon auf eure Berichte.

 

 

Ein Kommentar

  1. Zacharias Steinmetz Zacharias Steinmetz 6. August 2013

    Schöner Beitrag 🙂 Mir wird fast ein bisschen mit dir schwer ums Herz, wenn ich daran denke, wie mein Abschied damals war.
    Freut mich, dass ihr gut zurückgekommen seid. Vielleicht sieht man sich ja bald mal.