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Masayang Pamilya

Liebe Familie, Freunde und Bekannte, Liebe Leser,

Diesmal das Neuste aus meiner Gastfamilie zuerst: Wieder zurück in Bani. Und die erste Nachricht, die ich von meiner Nachbarin erhalte, die mich von der Busstation abholt, ist, Gretchen ist schwanger. Ich wollte es kaum glauben, aber meine Gastschwester ist tatsächlich schon im 4 Monat. Also werde ich im November Nina = Patentante. =) Auch wenn ich da leider schon weg bin, aber das war meiner Gastschwester ganz wichtig.

Die Kirche in Bani ist jetzt schon mitten im Umbau. Als ich ging, war noch keine Spur von Baustelle zu sehen, aber jetzt ist das neue Mittelschiff schon gewaltig in die Höhe geschossen.

Fr. Jonas und die Delegation kommen am Sonntag aus Deutschland zurück, mal sehen, was sie zu berichten haben. =)

Nun nach der Reihenfolge: Genau vor einer Woche bin ich mit dem PREDA-Fair-Trade-Team nach Davao geflogen. Dort haben wir uns die Fabrik ProFood angeschaut, die jegliche tropischen Früchte und Kokosnüsse zu Saft, Püree, Trockenfrüchte, Frostobst etc. verarbeitet. ProFood kauft in unserm Fall die Biomangos von den PREDA-Bauern ab, verarbeitet sie zu Püree und verkauft es dann an PREDA weiter. PREDA zahlt den Bauern dann die 2 Peso-Prämie pro Kilo aus. Das gute bei ProFood ist, dass obwohl es durch den technischen Fortschritt möglich wäre, viele Arbeitsschritte durch Maschinen zu ersetzen, sie aber trotzdem so viele Arbeiter wie möglich behalten. Außerdem ist ProFood, die einzige Firma in den Philippinen, die auch auf eine organische Produktion umstellen für PREDA.

Danach haben wir noch zwei Bauerngemeinschaften besucht, denen wir jeweils einem Schulkind pro Familie einen Schulranzen mit Block, Heften und Stiften ausgeteilt haben. Die Regel für eine Partnerschaft zu PREDA ist, dass die Familien nicht mehr als 50 Mangobäume besitzen dürfen. So gelten sie noch als Kleinbauern und sind auf Unterstützung angewiesen. Das Verkaufen von Mangos ist für die Bauern der Lebensunterhalt. In Davao ist ein viel gleichmäßigeres Klima, so dass die Mangobäume mehr als ein Mal im Jahr blühen und sie öfters im Jahr ernten können. Das ist in Zambales bei den Aeta-Communities  zum Beispiel nicht möglich.

Auf dem Weg zu der letzten Comunity führte die Straße durch riesengroße Bananenplantagen. So weit das Auge reichte Bananenstaude an Bananenstaude. Diese Felder gehören Großgrundbesitzern, die für große Firmen, wie Dole oder Del Monte, Monokulturen anbauen und ihre Bauern für Hungerlöhne arbeiten lassen. Diese Früchte landen zum Großteil im Ausland. Ein bedrückender Anblick, wo ich mir immer wieder die Frage stellte, ob unser Wohlstand es wert ist, dass die Umwelt so geschädigt wird und Menschen für ihre Arbeit unfair bezahlt werden.

 

Nach dem kurzen Trip nach Davao, bin ich am Dienstag wieder in meiner Special Children-Class (SPED-Class) gewesen und durfte einige neue Schüler begrüßen. Da es wieder 30 Schüler sind, hat Madam Pinky die Schüler in 2 Gruppen aufgeteilt. Die eine Hälfte kommt montags und mittwochs und die andere Hälfte dienstags und donnerstags. Freitags kommen am Vormittag alle Kinder zum Spielen und nachmittags bleiben die Älteren Schüler und haben zusammen mit den Taubstummen Ausspracheunterricht. Die Taubstummen kommen hingegen jeden Tag und werden von Sr. Arris, auch taubstumm, unterrichtet. Madam Pinky und ich wollen auch ein neues Bastelprojekt starten, wo die Mütter, Omas und Tanten der kinder Ohrringe basteln und wir die verkaufen, um Geld für die SPED-Class zusammeln. Hoffentlich können wir ab nächster Woche damit starten.

Als ich letzten Freitag bei Ate Dulce im Büro war, habe ich zu meiner Freude die fertigen Recycling-Taschen und -Portmonees von dem Ferienprogramm gesehen. Manche sind echt schön geworden und einige werde ich nach Deutschland zum Verkauf mitnehmen. Die traurige Nachricht war an dem Tag, dass Ate Dulce ab Juli nicht mehr dort arbeiten wird, weil durch den neugewählten Bürgermeister, bei den letzten Wahlen im Mai, der Arbeitsplatz jemanden anderen zugesprochen wurde.

Am Mittwoch war der National Independence Day der Philippinen. Nach 333 Jahren spanischer Kolonialzeit erklärte Emilio Aguinaldo am 12. Juni 1898 die Unabhängigkeit der Philippinen. Dieser Tag wurde mit einer Parade durch die Stadt mit allen Beamten und einer Flaggenzeremonie und Blumen gefeiert. Ich nutze diesen Feiertag noch ein Mal auf die Hundert Islands zu fahren. Eigentlich wollte ich die Affen sehen, die angeblich auf einer Insel wohnen. Wir warteten sehr lange, leider ohne Erfolg. Dafür haben wir drei Wasserschlangen entdeckt, die in einer Höhle schlummerten, nach dem Bootsmann ungefährlich, aber trotzdem nahm ich etwas Abstand. Wir sahen viele Fledermäuse und wilde Enten. Außerdem kauften wir bei einem Fischermann Lapulapu, (dies ist eine Fischart), ein, der sein Fischgehege draußen auf dem Meer hat. Nachts schläft er in einer kleinen Hütte auf Stelzen bei seinem Fischgehege. Mit einem keinen Floß kommt er zur Küste, wo seine Familie wohnt. Er kauft kleine Lapulapu-Babys auf dem Markt ein, füttert sie jeden zweiten Tag mit Fischfutter, bis er sie nach 5 Monaten für 400 PHP pro Kilo auf dem Markt verkaufen kann.

Eure Franziska

Und hier die Bilder von JUNI.