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Peace Rains When Justice Shines

HalliHallo liebe Leser,

Mittlerweile sind wir schon seit mehr als einer Woche in Olongapo, eine Stadt in der Provinz Zambales, ca. 4 Stunden Autofahrzeit von Alaminos entfernt, und machen ein Praktikum bei PREDA. PREDA  ist eine Nicht-Regierungs-Organisation, die sich für die Rechte von Kindern und für den Schutz der indogenen Bevölkerung einsetzt. Vielleicht kennt der eine oder andere die Menschenrechstorganisation von den fair gehandelten Produkten im Eine-Welt-Laden. Insbesondere die Mangoprodukte haben eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass sie von PREDA stammen, denn die Philippinen sind bekannt für die süßesten Mangos der Welt. =)

Father Shay, ein irischer Priester, hat PREDA vor 34 Jahren zusammen mit Sr. Alex Hermoso begründet und richtete ein Heim für sexuell misshandelte Mädchen ein. Olongapo war noch vor ca. 20 Jahren ein militärischer Stützpunkt der Amerikaner und ist heute für den Sextourismus sehr bekannt. PREDA bietet den Mädchen eine Zuflucht, steht ihnen bei ihren Gerichtsverhandlungen bei, gibt ihnen Therapien zur Verarbeitung der Misshandlungen, hilft ihnen sich wieder in ihre Familien zu reintegrieren und schaut auch noch nach dem Aufenthalt bei PREDA, ob alle in Ordnung ist.

PREDA hat auch ein Boys Home, wo Jungen, die wegen kleineren oder auch größeren Straftaten im Gefängnis gesessen hatten, wo sie von PREDA herausgeholt wurden. Dort werden sie bei ihren Strafverfahren begleitet, bekommen Therapien, um ihre Aggressionen und zum Teil selbst Misshandlungen zu verarbeiten und um ihre Schuld zu erkennen, bekommen Hilfe bei der Reintegrierung in ihre Familien, können zum Teil ihre Strafzeit dort „absitzen“ und werden unterstützt einen neuen Lebensweg ohne Drogen und Kriminalität zugehen.

Heute ist Samstag und Waschtag bei den Mädels im Girls Home. An Waschtagen werden die Mädchen vom PREDA-Jeepney zum neuen Girls Home gefahren, was noch nicht ganz fertig gebaut ist. Draußen außerhalb der Stadt ist das Wasser kostenlos und die Mädchen haben im Freien viel Platz zum Waschen. Sina und ich begleiteten sie heute Morgen dort hin. Wir nahmen auch unsere eigene Wäsche mit und waren Teil einer großen Waschweiberparade.

Wir hatten einiges zu waschen, da wir letzte Woche für 3 Nächte bei dem Sportfest in eine Nachbarprovinz von Zambales waren. PREDA trat gegen andere Kinderrechtsorganisationen in Volleyball, Basketball, Cheerdance, Volkstanz, Federball, Scrable, Schach, Tauziehen etc. an.  Es war bis auf den letzten Tag eine ganz gute Stimmung gewesen mit vielen Anfeuergesängen, die letztendlich auch zum Gesamtchampion für PREDA führten.

Die ganze Veranstaltung fand auf dem Geländer einer Grundschule statt, wo auch die einzelnen Gruppen Klassenzimmer zum Schlafen zu Verfügung gestellt bekamen. Sina und ich schliefen bei den Mädchen und aßen bei den Jungs und hatten so die Möglichkeit die Kinder, so wie den Staff schon einwenig besser kennenzulernen. Da wir in den Nächsten Wochen im Boys Home und im Girls Home mitarbeiten werden, war diese Freizeit ein guter Start.

Neues aus meiner Gastfamilie: Momentan wohne ich leider gar nicht in meiner Gastfamilie, aber am ersten Tag bei unserer Einführung hier in PREDA, wurde uns gleich klar gemacht dass PREDA für die nächsten sechs Wochen unser neues Zuhause ist. Das heißt, wenn wir krank würden, verloren gingen oder sonst etwas sei, sollen wir uns bei PREDA melden. =)

Bevor ich aber zu PREDA gefahren bin musste ich mich schon von den ersten Leuten verabschieden, weil sie, wenn ich im Juni wieder komme, wo anders wohnen. Langsam merke ich, wie das Jahr zu Ende geht.

Letzten Samstag waren wir beide mit noch zwei anderen Freiwilligen von PREDA und einer Mitarbeiterin auf dem Mount Pinatubo der in Angeles den 1990 er Jahren eine riesen Große Eruption hatte. Dabei ist die naheliegende Stadt mit der amerikanischen Militärbasis so zerstört worden, dass sie geschlossen wurde. Mittlerweile hat sich in dem Krater ein schöner See angesammelt. Die Wanderung hoch war leider viel länger und anstrengender als gedacht, denn die Jeeps, die uns bis zum Vulkan gefahren haben, sind aus Erzählungen der anderen Freiwilligen bis fast ganz hoch gefahren. Aber wegen einem Unfall tags zuvor wurden wir um einiges früher rausgelassen. Dafür konnten wir die Steinlandschaft viel intensiver erleben. Besonderst auf dem Abstieg mussten wir wegen des Regens während der Mittagspause durch ziemlich starke Stromschnellen warten. Ein sehr erlebnisreicher Ausflug!

Am Montag stürmen landesweit alle Philippinos in die Wahlbüros uns wählen für die nächsten drei Jahre ihren neuen Bürgermeister. Ausgenommen des Präsidentenamt der Philippinen, werden alle politischen Ämter alle drei Jahre in allen Städten am selben Tag gewählt. Der Präsident wird nur alle sechs Jahre gewählt.

Kein Wunder, dass alles voll tapeziert ist mit lächelnden Gesichtern und Elektion-Jeepneys im Minutentakt die Straße hoch und runter fahren und abgewandelte Charts, wie „Gamgang Style“ oder „Call Me Maybe“ aus ihren viel zu laut aufgedrehten Lautsprechern abspielen. Ab Sonntag ist auch ein Alkohohl-Verkaufsverbot in allen Läden und Kneipen wegen der Wahlen. Auch das Waffengesetz wurde in den letzten Monaten verschärft und ich konnte sehen, wie die Polizei vermehrt Straßenkontrollen machte. Auch die Gemeinde Bani betet seit einigen Wochen mit Fr. Jonas nach jeder Messe ein Gebet für faire, friedvolle und sicherer Wahlen. Ich bin echt gespannt was ich von den Wahlen mitbekommen werde hier in Olongapo und hoffe, dass die Wahlen friedvoll verlaufen.

Eure Franziska

P.S. Und hier die Fotos

Ein Kommentar

  1. Klaus Manger Klaus Manger 15. Mai 2013

    Hallo Franziska und Sina,
    ich kann mich noch gut an die Bilder vom Ausbruch des Pinatubo erinnern – täglich neue Meldungen. Ich wäre nicht im Leben drauf gekommen, dass man diesen Explosionsherd schon wieder freigibt.
    Das Ding kann jederzeit wieder hochfliegen. Nettes Abenteuer und tolle Bilder.
    Die Preda-Aufführung gab es hier im Rhein-Main-Raum vor zwei Jahren – beeindruckend.
    Ja und die Mangos sind wirklich immer gut.
    Grüße
    Klaus (Manger)