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FAIRantwortung

Hallihallo liebe Leute,

Nun ist schon die Hochseason der Mangoernte um, dennoch gibt es noch die Picomangos zu ernten. Dies sind eher kleinere Mangos und vom Geschmack süß-sauer. Letzte Woche habe ich einen ganzen Tag das PREDA- FairTrade-Team begleitet, die von einer Aeta-Comunity zur Anderen gefahren sind und mit einem Kleintransporter die Mangoernten abgeholt und abgekauft haben. Die Aeta-Stämme zählen zur indogene Bevölkerung, die hier in Zambales meist in den Bergen wohnen. Viele dieser Aeta-Stämme haben eine Partnerschaft zu PREDA und bekommen Workshops, die sie z. B. über ihre Rechte aufklärt. Sie sind auch die Biobauern, die PREDA mit ungespritzten, organischen Mangos beliefert. Diese werden dann zu Püree verarbeitet, oder getrocknet und landen am Ende dann in Eine-Welt-Läden in Deutschland und anderen europäischen Ländern. (Deutschland ist der größte Handelspartner).

Nun zum fairen Preis: Während andere Händler die Mangos für 5 Pesos (10 Cent) pro Kilo abkaufen, hat sich PREDA mit den Stämmen zusammengesetzt und einen fairen Preis ausgehandelt. Dieser ist jetzt bei 10 Pesos (20 Cent) das Kilo und kann sich für nächstes Jahr auch verändern.Dieses Jahr ist es das erste Mal, dass PREDA Picomangos zur Püreeverarbeitung schickt.

Nach der Verarbeitung der Mangos bekommen die Bauern noch ein Mal 2 Pesos pro Kilo extra, warum es erst nach der Verarbeitung ausgezahlt wird, konnte mir Sir Don aus dem Fair-Trade-Team nicht erklären, aber wahrscheinlich hängt das mit dem Abrechnungen zusammen. Unsere Aufgabe war es, die Mangos zu überprüfen, ob keine Würmer oder schwarze Flecken dran waren, dann in die Körbe zu verstauen und abzuwiegen, Körbe zu verschnüren, das Geld auszuzahlen und in den Transporter zu laden. Wir fuhren fünf Aeta-Communities an und wir wurden auf Holperpisten aufs Heftigste durchgeschüttelt, denn die Abholstationen waren meißt an sehr entlegenen Orten. Es war ein sehr langer Tag.

Wusstet ihr, dass Mangos normalerweise grün und hart gepflückt werden und erst während des Nachreifungsprozess gelb und weich werden? Das heißt, es ist eine echte Kunst frische (Pico)Mangos nach Deutschland zu liefern. Denn in egal welchem Zustand man die (Pico)Mangos vom Baum pflückt, ab dem 5. Tag werden sie überreif.

In der letzten Woche meines Praktikums bei PREDA werde ich für 3 Tage nach Davao, eine Stadt auf der Insel Mindanao, fliegen und mit dem Fair-Trade-PREDA-Team dort die Mangobauern besuchen gehen. Ich bin sehr glücklich, dass das so kurzfristig noch geklappt hat und freu mich Davao von einer anderen Seite kennenzulernen. Ich bin sehr gespannt und hoffe, dass ich einen weiteren Einblick bekomme von der Partnerarbeit im fairen Handel.

Neues aus meiner Gastfamilie: Letztens habe ich mir ein Philippinisches Kochbuch auf Tagalog gekauft und habe mit den Mädchen im Girls Home eine Backaktivität gemacht und Buko Pie (Buko= Junge Kokosnuss) gebacken. Echt Schade, dass in Deutschland keine Kokspalmen wachsen. Es war echt köstlich!

Heute Nachmittag kamen wir, einige Freiwillige und Mitarbeiter von PREDA, von Potipot Island wieder zurück. Potipot Island ist eine nette kleine Insel, vor der Küste Zambales, 2 Stunden Autofahrt von Olongapo entfernt, die man mit 10 Minuten Bootfahrt erreichen kann.  Die Insel kann man gemütlich in einer halben Stunde zu Fuß erschließen und es gibt rundherum einen schönen Sandstrand zum Baden. Jedenfalls wusste ich vorher nicht, was auf mich zu kommt und so ließ ich es, wie so oft, einfach auf mich zu kommen ohne großartig Fragen zu stellen. Freitagabend ging es los. Wir fuhren von Einer ins Haus der Tante, bei der wir für eine Nacht übernachteten. (12 Leute einfach mal als Gäste aufnehmen, von dem man den Großteil nicht kennt, in einem kleinen Häuschen, was schon für eine vierköpfige Familie sehr eng gewesen wäre, finde ich einfach immer wieder neu bewundernswert und schätze ich total auf den Philippinen.) Am Nächsten Morgen gingen einige auf den Markt, um uns für die Insel mit Lebensmitteln einzudecken, denn wir übernachteten die zweite Nacht auf der Insel. Als Ebbe war, ging ich mit einer Freiwilligen am Strand spazieren und wir konnten im seichten Gewässer echt die erstaunlichsten Tiere entdecken: Krebse, Seesterne, Seeigel, etc. Zumindest mied ich danach beim Baden das Seegras.

Liebe Grüße

Eure Franziska