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Every Child Is A Special Child

Halli Hallo liebe Leute,

Morgen ist schon die Zeugnissausgabe von meinen Kindern in der Special Children Class von der Grundschule, wo ich mittlerweile schon 7 Woche arbeite, und mir ist aufgefallen ich habe noch gar nichts von meiner Arbeit erzählt.

Ich arbeite jetzt mittlerweile 5 Tage die Woche mit Madam Pinky und Sir Aris zusammen in der Special-Children-Class, mache Sonntagmorgens noch die Kinderkatechese, und habe alle anderen Aufgaben so weit abgegeben, damit ich mich besser auf eine Sache konzentrieren kann. Mit den Kindern habe ich Knete selbst gemacht und seit dem kneten wir immer, um die Motorik anzuregen, lernen Knetkügelchen zählen und Ziffern legen. Auch an dem von mir provisorisch gebastelten Farben-Memory  haben die Kinder ihre Freude und ich kann gleich die Farben auf Gebärdensprache lernen. Es ist eh super, dass auch die Geistigbehinderten diese lautlose Sprache mehr oder weniger beherrschen und wenn es zu Sprachschwierigkeiten kommt, besondert weil ich kein Ilocano kann, sind Gestiken und Mimiken viel eindeutiger und klarer. Jeden zweiten Nachmittag macht Madam Pinky Stimmbildungs- und Ausspracheunterricht. Das heißt, sie schreibt das Wort mit dem passenden Bild an die Tafel und sagt das Wort mit klaren Mundbewegungen. Dann dürfen die Gehörlosen ihre Hände an ihren Hals legen und fühlen, wie sich Madam Pinkys Stimmbänder bewegen. Und dann versuchen sie selber zu sprechen. Echt bewundernswert, dass die Kleinen das recht gut hinbekommen. Je älter sie jedoch sind und je später sie zu Madam Pinkys gekommen sind, desto verkrampfter sind die Stimmbäder schon und dann kommt nur noch ein Kiecks bei heraus.

In der Zwischenzeit bastele ich mit den Müttern, Omas und Tanten von den Kindern Portmonees aus Trinkpäckchen. Wir erhoffen uns mit dem Verkauf  dieser Produkte eine kleine Verbesserung für die Special-Children- Class. Dass wir (bessere) Materialien für den Unterricht haben und immer eine Meryenda für die Kinder da ist.

In der letzten Woche im Februar gab es in Lingayen, der Hauptstadt der Provinz, die Olympischen Spiele für die Elementary- und Highschool provinzweit. Drei Schüler aus Bani durften bei den Special Olimpics teilnehmen und Madam Pinky hat mich eingeladen mitzukommen. Das hieß: Um halb 5 Uhr aufstehen mit dem Auto zwei Stunden nach Lingayen fahren, Frühstücken dort, im Stadion auf den Stufen der Zuschauerreihen sitzen, anderen beim Wettkampf zuschauen, anfeuern, sich freuen, warten bis unsere Schüler für ihre Disziplinen aufgerufen wurden, dann unsere Jungs motivieren, sie hin begleiten, wo sie hin müssen, Rucksäcke hinterher tragen, Fotos schießen, Erdnüsse essen, unsere Schüler nach dem Lauf aufpäppeln, Abendessen, Nachhause fahren. Zwei ganz schön lange Tage. Es war eine besondere Atmosphäre, die Kinder hatten Spaß und am liebsten hätte ich selber gerne mitgemacht.

Neues von meiner Gastfamilie: Pünktlich zu Ostern hat der eine Hase von meinem Gastbruder Joffrey 5 kleine Häschen geworfen. Eins wurde leider schon von der Katze geholt. Katzen sind hier echt eine Plage, wie man es nur von Ratten oder Tauben (Flugratten) gewöhnt ist.

Meno, das Welpe, lernt jetzt von mir Befehlen zu horchen, sonst bekommt Mama Zilma noch die Krise von dem wilden Rumgewusel und macht eines Tages Hundesuppe…

Letztens habe ich mit meiner Gastschwester Gretchen Mangomarmelade gekocht. Ist echt gut geworden. Und letzte Woche habe ich es mit Ananas versucht. Weil es leider kein Gas mehr für den Gaskocher gab, habe ich dann, ganz wie früher, die Marmelade draußen unter dem Sternenhimmel auf einer Feuerstelle gekocht. =)

Jeden Freitag veranstaltet die Katholische Gemeinde von Bani einen Kreuz weg durch die Stadt mit 13. Stationen an verschiedenen Haustüren und einem Schweren großen kreuz, was von den Messdienern oder Küstern getragen wird. Auch vor unserem Haus war ein mal eine Station aufgebaut.

Ich habe eine Frau auf dem Markt kennengelernt, die mir beigebracht hat, wie man aus Chipstüten und anderem Glanzfolien Taschen und Portmonees basteln kann. Das ist jetzt mein neustes Recycling-Projekt. Ein Portmonee ist schon fertig.

In 2 Tagen kommt schon meine Familie. Echt unglaublich. Ich freu mich schon sie vom Flughafen ab zu holen und ihnen mein philippinisches Leben zu zeigen. Und für alle die mich nicht besuchen kommen können, schreibe ich weiterhin die Blockeinträge. =)

 

Liebe Grüße

Franziska