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Groß, Größer, Gigantisch

Hey meine lieben Leser,

Endlich Zuhause angekommen und nach dem ersten Arbeitstag finde ich die Zeit euch von dem erlebnisreichen Urlaub mit Sina zu berichten.

Nach dem Zwischenseminar in Davao, entschlossen wir uns bei Nacht die zwölfstündige Busfahrt nach Balingoan aufzunehmen und den Tag noch in Davao mit Pasalubong(Mitbringsel)-kaufen zu nutzen. Pünktlich zum Morgengrauen erreichten wir mit wenig Schlaf und ein Mal umsteigen Balingoan und nahmen die erste Fähre nach Camiguin (eine kleine Insel nördlich vor Mindanao). Dort haben wir am selben Morgen noch Erlinda, eine Sari-Sari-Shop-Besitzerin, und ihren Sohn Rainyboy kennengelernt. Ab sofort wurde ihr Sari-Sari-Shop zu unserem Stamm-Sari-Sari-Shop, wo wir jeden Morgen, und wann auch immer uns zu Mute war, unser heißes Wasser für den Tee kauften. Eine so unglaubliche Gastfreundschaft, wie dort, habe ich selten erlebt. Ranyboy hat uns mit dem Motorrad am selben Tag noch zu Heißen Quellen in die Berge gefahren, dort gewartet bis wir Mädels fertig waren und zurück kutschiert. Am 3.Tag ist er mit uns ein Mal um die ganze Insel getuckert und hat alle Sehenswürdigkeiten abgeklappert. Dafür wollte er kein Geld sehen und selbst das native Brathähnchen zum Mittagessen durften wir nicht bezahlen. Es fiel mir echt schwer so viel Gastfreundschaft anzunehmen und es einfach als Geschenk zusehen.

Doch das krasseste Erlebnis auf Comiguin(Ausgesprochen wie „Come Again“) Island war der Ausflug zu den Riesenmuscheln. Auf Initiative des Barangays entstand dort ein Naturschutzgebiet mit einer Aufzuchtsstation für die vorm Aussterben bedrohten und größten Muscheln der Welt. Ausgerüstet mit Schnorchelmaske zogen uns zwei nette Herren zuerst durchs seichte Gewässer, wo die Aufzucht stattfand. Ich war ungefähr einen halben Meter von diesen sehr bunten, scheinbar starren und harmlosen Tieren entfernt, aber dennoch hatte ich totales Herzklopfen. Denn hätte ich meine Hand oder Fuß ausgestreckt, wäre ich jetzt wohl ein einbeiniger Pirat, weil die Muscheln sich schlagartig schließen können, wenn sie etwas berührt und ZACK > Arm ab! Weiter draußen auf dem Meer sahen wir dann mit einwenig mehr Entfernung die größeren bis zu 1 Meter Muscheln. Wusstet ihr, dass Riesenmuscheln bis zu 100 Jahre alt werden können, in ihrem Leben drei Mal das Geschlecht wechseln und ausgewachsen eine Größe von 2 Metern erreichen? Außerdem sah ich zum ersten Mal in freier Wildbahn, und nicht nur im Film Nemo, einen Seeanemonenfisch. =) Ich war so unglaublich glücklich, über meine Wasserkamera.

Unsere zweite Meeres-Exkursion hatten wir dann in Cebu. In Cebu City übernachteten wir bei zwei Mädels, die wir auf dem Zwischenseminar kennengelernt haben. Am ersten Morgen standen wir um 3 Uhr morgens auf und nahmen den Bus von Cebu runter in den Süden der Insel, damit wir frühzeitig beim Wahlhai- Watshing in Oslob ankamen. Ohne richtig gefasst zu sein, was eigentlich auf mich zu kommt, wurden wir wieder mit Schnorchelmaske und Schwimmweste ausgestattet und mit einem Bötchen und einem Guide aufs Wasser gefahren. Als ich dann die riesengroßen schwarzen Umrisse von den Wahlhaien sah überkam mich eine ganz andere Art von Herzklopfen, was an Herzstillstand grenzte. Es war schon eine Überwindung ins Wasser zugehen, aber es war ein unvergessliches Erlebnis. Diese großen Tiere sind gigantisch und sie waren zum Teil nur einen halben Meter entfernt von uns. Einmal schwamm einer direkt auf mich zu weil er dachte, an dem Boot, wo ich mich festhielt, gibt es Futter. (Von wegen drei Meter Sicherheitsabstand, wie die Frau mich bei der Einführung beruhigen versuchte.) Vor lauter Aufregung habe ich bestimmt das halbe Meer ausgesoffen. Irgendwann haben wir uns auch ein bisschen vom Boot entfernt und ich merkte auf einmal, wie klein und hilflos Menschen im Wasser sind, als links und rechts von mir ein Wahlhai auftauchte und man sich nicht mehr nur auf einen konzentrieren konnte. Leute, schaut euch die Fotos an. Ich bekomme immer noch das Kribbeln, wenn ich daran denke.

Es ist unglaublich schön zu sehen, das diese Dorf seit einpaar Jahren von der Wahlhaijagd zum Schutz der Tiere übergetreten ist, da diese Tiere leider, wie so vieles, vorm Aussterben bedroht sind. Anstatt sie die Tiere fangen und töten, bieten sie jetzt diese Schnorcheltouren für Touristen an und sichern so ihr Einkommen.

Ansonsten haben wir in Cebu wieder eine Pasalubong-Shopping-Tour gemacht und haben unter anderem auch Malongs (Tücher in Schlauchform, traditionelles Kleidungsstück der muslimischen Ureinwohner in Mindanao)gefunden.

Neues aus meiner Gastfamilie: (Nach drei Wochen Reisen gibt es wieder einiges Neues) Ich bin jetzt nicht mehr die einzige mit Bett. Meine Gasteltern haben sich nun ein Bambus- Bett zugelegt, was jetzt auf der Überdachten Terrasse steht. =) Eleah ist jetzt richtig groß und schwer geworden und kann inzwischen besser Tagalog als ich. Der Laptop von meiner Gastfamilie ist jetzt kaputt und ich muss nun wirklich immer ins Internet- Cafe für Internet. Und die beiden Hähne im Graten haben mich heute Morgen zum ersten mal nicht geweckt und beim Frühstück fiel mir dann auf, dass beide Hähne verschwunden sind… Cock-Fight und Selbststrangulation. =(

Fühlt euch gegrüßt

Franziska