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Sommerliches Weihnachten

Guten Morgen alle miteinander,

Fröhliche Weihnachten an alle, mit denen ich noch nicht persönlich gesprochen habe!

Dieses Jahr hatte ich die Möglichkeit ein mal ein ganz anderes Weihnachten zu feiern und doch gab es Momente, die mich sehr an Zuhause erinnert haben.

Der 24. war, glaube ich, mit Abstand der unstressigste 24. seit Jahren. Ich habe schon einiges erledigt, wie Zimmer putzen ein paar Klamotten waschen, die letzten Geschenke einkaufen und einpacken… Aber es blieb auch noch genügend Zeit gemütlich ein Buch zu lesen oder zum Skypen. Mein Gastvater schlachtete bei uns im Garten zur Feier des Tages eine Ziege.
Bevor wir um halb acht in die Christmette gingen, machte ich es mir mit Kerzenschein, Christkindels-Tee und Weihnachtsmusik(um den Fernseher zu übertönen) in meinem Zimmer gemütlich und las die Weihnachtsgeschichte. Dann ging es mit der ganzen Familie in die Kirche. Es gab ein Krippenspiel, gespielt von den Jugendlichen der Gemeinde, mit echtem Jesuskind und alle Dialoge gesungen.
Nach der Kirche versammelten sich alle im kleinen Wohnzimmer. Die einen fingen an Spaghetti auf dem Schoß zu essen, die anderen packten Geschenke aus, die große Schwester (Ate Apple) rief aus Amerika an und ich habe mit Chris telefoniert. Zuerst wurden die Geschenke einfach so aufgerissen, aber dann habe ich das Raten eingeführt. Dran hatten alle einen unglaublichen Spaß und so musste ich meine Geschenke auch erraten. Ich bekam ein rotes Oberteil von meiner Gastmutter, eine Tasse von meinem Gastbruder (Ich habe mich letztens total am Daumen verbrannt, weil ich Tee aufbrühen wollte in einer Tasse ohne Henkel) und Erdbeermarmelade von meiner Gastschwester (Als ich noch ganz neu in der Gastfamilie war, hatte ich mir Marmelade von meinem Taschengeld gekauft und nach zwei Tagen, war sie von meiner neuen Familie aufgefuttert gewesen. Damals hab ich mich total darüber geärgert.). Nicht jeder schenkte jedem was, aber nach einer kleinen Bescherung
saßen wir noch mit der Nachbarin im Garten zusammen und tranken -typisch philippinisch- eine Runde Emperador Light.

Der 25. war ein sehr gemütlicher Morgen, die Sonne schien und wir frühstückten wie immer draußen im Garten. Ich las ein Buch und am späten Vormittag nahm Fr. Jonas uns (Joffrey, Gretchen, Eleah und ich) mit in sein Ferienhäuschen nach Alaminos. Es fühlte sich mehr an wie ein entspannter Sommerurlaubstag. Aber am Nachmittag durfte ich noch mal so richtig Philippinisches Weihnachten erleben. Es hieß: Wir gehen auf die Weihnachtsfeier zu den Nachbarn eine Straße weiter. Was mich dort erwartete war ein kleines Straßenfest: Gesperrte Straße, laute Musik, Spielen für Große und Kleine und einen großen Tisch mit Geschenken. Es war unglaublich, mit welcher Hingabe sich die Philippinos bei den verrücktesten und peinlichsten Spielen beteiligten und wenn sie nicht teilnahmen mit welcher Begeisterung sie die Spieler anfeuerten.
Zum Beispiel bekamen die Jungs eine Aubergine an einer Schnur um die Hüfte gebunden und sollten damit eine Murmel vorstoßen. Oder zwei Kinder sollten einen Becher puren Zitronensaft austrinken und wer als erstes Lächeln kann, hat gewonnen. Oder mit einem Luftballon zu einem Stuhl rennen sich drauf setzen sodass er platzte, dann ein „S“ mit der Hüfte schreiben, zurück rennen und den nächsten abklatschen. Ein Mal hat meine Gruppe gewonnen und als Preis gab es zur meiner Überraschung Geld zu gewinnen.
(Vielleicht sind deshalb alle so heiß auf diese Spiele.) Oder ein ca.7m hoher Bambusmast an dem eine Fahne hing und man hochklettern muss, um die Fahne runter zu holen. Ich hab es versucht und habe kläglich versagt…
Mein Lieblingsspiel ist das Eierwerfen und es ist fast eine Art Nationalsport. Immer ein Pärchen, Junge und Mädchen, werfen sich ein rohes Ei zu. Nach jedem Wurf geht man ein Schritt weiter auseinander, bis es Rührei am Boden gibt. Das ist so ein Nervenkitzel. Aber legendär war eigentlich der Moderator von dem Spiel. Ich glaube, der hatten den allermeisten Spaß. =)

Am 2.Weihnachtsfeiertag besuchte mich Sina und wir beschlossen ein kleines Weihnachtspicknick auf dem Reisfeld mit Schwarzen Tee, selbstgemachten Plätzchen, die ich mit meinen Omas im Altersheim gebacken habe, und Melone zu machen. Um ein wenig Ruhe von dem Trubel um Weihnachten zu bekommen. Sehr erholsam!

Denn am nächsten Tag weckte mich meine Familie um halb 7 Uhr und es ging vollgepackt mit 2 Tricyclen an den Strand nach Agno. Es war wirklich sehr schön gewesen. Ich hab noch nie einen Ausflug mit der ganzen Gastfamilie gemacht. Ich hatte wirklich das Gefühl, ich gehöre dazu und das hat mich wirklich glücklich gemacht.
Eigentlich gibt es hier kaum noch exotische Tier auf den Philippinen und wenn dann nur in den Visayas, doch dort habe ich zum ersten Mal in meinem Leben wilde (kleine) Affen gesehen und eine kleine Wasserschlange. Das war echt ein sehr tierreiches Erlebnis, denn auf dem Heimweg, meine Gastschwester ist das Tricycle mit den Frauen gefahren, überfuhren wir eine Geiß, das über die Straße gerannt ist. Sie hat noch gelebt, aber gebrochen hat sie sich bestimmt was. Das war dann die Storry des Tages. Ich fand es nicht ganz so lustig.

Neues aus meiner Gastfamilie: Neuer Dings gibt es Licht im Bad. Als ich neu eingezogen bin, meinten sie, sie würden gleich am nächsten Tag eine Lampe für mich anbringen. Nunja, das ist jetzt mehr oder weniger 3 Monat her und ich hab mich jetzt schon so daran gewöhnt, dass ich es auch nicht mehr anschalte. Gerade morgens ist es viel Gemütlicher ohne.
Ich bin außerdem Partentante (Nina) geworden von dem Kind meiner Gastcousine. Jeran, heißt er.

Also aller Liebste Grüße in die weite Welt und einen schönen Jahreswechsel.

Eure Franziska

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Ein Kommentar

  1. Kathrin Hesseling Kathrin Hesseling 30. Dezember 2012

    Liebste Franzi,
    wir haben uns alle sehr gefreut, Dich am 2. Weihnachtstag bei der Oma zu hören! Stell Dir es genauso vor, wie es immer war: alle sind da, es gibt viiiiiel zu Essen, alle reden durcheinander, es gibt ein Weihnachtskonzert, das alle viel zu laut finden und bei dem trotzdem alle mitsingen, wir spielen Karten und trinken Rotwein und dann gibt es schon wieder etwas zu Essen ;-))) Und das alles in der neuen Wohnung von Oma und Opa!
    Halt weiterhin die Ohren steif! Und schreibt weiter Euren Blok, ich lese immer gern, was Du oder Sina schreibt!
    Alles Gute fürs neue Jahr, Gesundheit und Zufriedenheit!!!
    Ganz liebe Grüße aus dem sehr fernen Bergischen Land
    Kathrin