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Pakwan, Pakwan, Pakwan, Heeee!

Hallihallo ihr Lieben,

Nach einer großen Ladung Wäsche, meinem sonntäglichen Zimmerputz und meinem letzten Versuch den Internet-stick auf meinem PC selbst zu installieren, komme ich dazu mal wieder einen Artikel zu schreiben.

Letzte Woche war das Towen-Fiesta bei mir in Bani gewesen. Aber wegen meinem spontanen Trip nach Manila, blieb mir noch gar nicht die Zeit davon zu berichten.

Mittwoch um acht Uhr morgens hüpfte die ganze Familie Botin samt Gasttochter aus „Germany“ im Schlafanzug auf die Straße, um sich die Pakwan-Parade nicht entgehen zulassen. Die meisten Gruppen waren als Wassermelonen oder Reisbauern kostümiert und mit der Musik von den Marschkapellen ging es durch die Stadt. Sie riefen „Naimas, naraman Pakwan ti Bani!“ = (Leckere, köstliche Wassermelonen aus Bani!). Die Parade erinnert mich zum Teil an einen Karneval-Umzug, nur dass nicht mit Süßigkeiten geworfen wurde. Von fast jeder High-School in Bani gab es eine Gruppe, die nach der Parade an einem Tanz-Wettbewerb auf der Plaza teilnahm. Ich verstand es als eine Art Erntedankfest, denn das Pakwan-Fest hatte seinen Ursprung vor ca.350 Jahren und wurde auf Grund der vielen reifen Wassermelonen gefeiert. Auch wenn daraus jetzt eine Tanz-Competion geworden ist und die Wassermelonen dieses Jahr noch nicht ganz reif waren, habe ich ein bisschen Philippinische Kultur schnuppern dürfen.
Die Fotos können meine Eindrücke vielleicht besser ausdrücken.
Am Abend ging es dann mit meinen Gastgeschwistern zum Standarttanzen auf die Plaza. Aber ich fand es dann doch ein seltsames Gefühl, mit ausgelassene Stimmung das Pakwanfest feiern zu wollen, obwohl der größte Teil der Stadt am Rand der Plaza stand und den wenigen, wichtigen, meist über 60-jährigen, schnicke angezogenen Menschen beim Tanzen zu schaute.

Am Donnerstag gab es eine weitere Parade durch die Stadt, diesmal aber ziemlich langweilig, nur mit den ganzen unkostümierten Beamten und ohne Musik. Dafür kam Sina am Abend zu besuch und wir schlenderten mit Gretchen über, für meine Begriffe, eine kleine Dippemess und fuhren das viel zu sehr veraltete und zu schnell fahrende „riesen“ Rad.
Ihr wisst ja was ich für eine Angst vor solchen Gerätschaften habe und wenn die auch noch so verdächtig alt Quietschen könnt ihr euch perfekt ausmalen, wie ich geschrien habe muss bei jeder Runde…

Am Freitag war am Morgen die dritte und letzte Parade. Es war der Mrs.Bani- Tag. Und deshalb fuhren die Queen, die erste und die zweite Princess mit einem Wagen durch die Stadt und die Marschkapellen und Fahnenschwinger der Elementary-Schools begleiteten den Umzug. (Mrs. Bani wird diejenige, die den größten Betrag an Geld sammelt und das Geld wird dieses Jahr für die bevorstehende Kirchenrenovierung gespendet. Also kein Wunder, dass die Kandidatin von der Kirche das meiste Geld gesammelt und gewonnen hat.)
Jedenfalls hatte ich so die Möglichkeit auf dem Truck der Mrs. Bani zu sitzen und verkleidet als philippinisches Bauernmädchen Süßigkeiten zu schmeißen. Zwar viel zu wenig Bonbons für meinen köllscher Karneval-Geschmack, aber dennoch ein sehr schönes Erlebnis.

Den Nachmittag verbrachte ich damit Unmengen an leckersten, süßesten und saftigsten Pakwans zu essen und Fr. Jonas Küchenhilfe bei den Vorbereitungen für den bevorstehenden Patronstag der Gemeinde am darauffolgenden Tag unter die Arme zu greifen.
Die Krönung der Queen Alice I. verpasste ich am Abend, doch ich war so geschafft und am nächsten Morgen wartete um halb 7 Uhr war zwar keine Parade, aber eine Marienprozession mit Kerzen und Marschkapelle, dann ein Gottesdienst mit dem Bischof und dann das Mittagessen auf der Dachterrasse auf mich.
Auf dem Nachmittagsprogramm stand „Bingo Bonanza“. Das jetzt richtig zu erklären würde den Rahmen dieses Artikels sprengen, aber ich sag nur so viel: Ich hätte fast den Hauptpreis gewonnen. =) Bei der Abenddämmerung gab es eine zweite Marienprozession, die mir bei der Dunkelheit mit den Kerzen schon viel besser gefallen hat und am Abend ein nettes Beisammensein bei Father Jonas.

Am Sonntag räumten dann die ersten Stände auf der Plaza zusammen und ich war echt traurig, dass es nun schon vorbei war, meine erste Towen-Fiesta.

Neues aus meiner Gastfamilie: Heute Morgen beim Frühstück habe ich überrascht festgestellt, dass der Familienhund Keana ein Junges bekommen hat. Meno heißt es und quietscht wie eine Quietsch-Ente.

Liebe Grüße
Von einer bisschen kränkelnden Franziska