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Pablo, Manila der Kompost & Ich

„Der Taifun Bopha/Pablo hat die südliche Küste der Philippinen erreicht. Er brach über Mindanao, die zweitgrößte Insel des Archipels, herein. Ein beträchtlicher Teil der Insel ist unter Wasser. Die Windböen erreichen teilweise bis zu 210 km/h.
Nach Einschätzungen der Experten soll dieser Taifun der Stärkste auf Philippinen in diesem Jahr werden. Die Behörden brachten über 40.000 Menschen in Sicherheit.
Aus Sicherheitsgründen wurde vielerorts die Stromversorgung ausgesetzt. Darüber hinaus wurden viele Flüge und Seereisen gestrichen. Es liegen bisher keine Informationen über Opfer vor.

So ein zwei Tage alter Internetbericht mit dazugehörigem Foto (das Artikelbild). Inzwischen gab es im Fernsehen schon mehrere Berichte über Tote und Verletzte auf Mindanao. Und was bekomme ich hier in Alaminos von Pablo mit? Es regnet ein bisschen – das erste Mal seit über einem Monat – und windet, sodass es angenehm kühl ist. Alle freuen sich über eine kleine Pause von der unbarmherzigen Sonne und vor allem die Bauern sind dankbar für den Regen denn für die Jahreszeit war es ungewöhnlich trocken.

Ich stecke gerade mittendrin in einem hektischen Wochenende: Von Freitagmorgen bis Samstagnachmittag war ich in Sual. Samstagabend stand eine Feier zu Ehren der Heiligen Jungfrau an, die von meiner Gastfamilie und deren Nachbarn begangen wurde, die eine „Basic Ecclesian Community“ (=Kleine Christliche Gemeinschaft) bilden. Am Sonntagmorgen habe ich meine Gastfamilie in die 5:30 Uhr Messe begleitet und bin dann von der Kirche aus direkt nach Sual weitergefahren um mit den Kindern die 8 Uhr Messe besuchen zu können. Am Sonntagnachmittag ging es zurück nach Alaminos und ich war gerade so pünktlich für das wöchentliche Treffen der Basic Ecclesian Community, bei dem der Rosenkranz gebetet und dann eine Marienstatue in einer feierliche Prozession in ein anderes Haus gebracht wird. Morgen finden um 6 Uhr morgens die Weihnachtsfeier aller Angestellten der Kathedralengemeinde statt, zu der auch Franzi und Ich eingeladen sind; danach muss ich mich wiederum beeilen nach Sual zu kommen um pünktlich zum Aufbruch des CFF-eigenen Jeepneys nach Dagupan da zu sein – dort findet nämlich die CFF Weihnachtsfeier statt. Richtig spannend wird es aber am Dienstag, denn ich habe mir nach 4 Monaten meine ersten drei Urlaubstage genommen und werde mich in Richtung Manila verabschieden, wo ich bei zwei anderen deutschen Freiwilligen (hier einer der Blogs: http://rehgoestothephilippines.wordpress.com/2012/10/02/puso-sa-puso-was-ich-hier-eigentlich-mache/ ) übernachten kann.

Ich habe euch ja schon von der Müllproblematik berichtet. Zumindest im Heim in Sual bin ich entschlossen, mich für Mülltrennung und ordentlich Abfallentsorgung einzusetzen. Und auch wenn ich wirklich einiges an Zeit damit verbringe, den Inhalt der verschiedenen Mülleimer umzusortieren oder alle Plastikteile aus einem Blätterhaufen zu fischen, gibt es auch Erfolge zu verzeichnen. Denn CFF hat jetzt einen Kompost, der in rekordmäßigen zwei Tagen aus dem Boden gestampft wurde! Die zur Verfügung stehende Erde ist zwar ziemlich schlecht (rot und sauer) aber dafür haben die Kinder in einer Nachmittagsaktion Säckeweise Kalabaw-Mist gesammelt, der zusammen mit den Hinterlassenschaften der 50 neu angeschafften Hühner für die neue Zucht die Qualität wohl heben wird. Und währe3nd ich alles was nicht Biomüll (Nabubulok) ist, aus dem Kompost sortiere, zerschneiden die kleineren Kinder fleißig Bananenschalen…so hält sich alles in der Waage. Bei Gelegenheit mache ich mal ein paar Fotos…

Ganz liebe Grüße also und genießt den Schnee, ihr wisst ihn nicht genug zu schätzen!
Sina

3 Kommentare

  1. UllaRausch UllaRausch 10. Dezember 2012

    Hallo Sina,
    manchmal ist der beste Weg einfach dranbleiben.
    Ganz liebe Grüße Ulla.

  2. Klaus Manger Klaus Manger 12. Dezember 2012

    Hallo Sina,
    viel Spaß beim gemeinsamem Kampf für Umwelt. Bei uns in der Gemeinde gibt es auch so ein Umweltmanagement…
    Was da alles beschlossen wird. Und beim Pfarrfest ist Plastik dann doch sooo praktisch und die Mülltrennung funktioniert nicht so ganz, weil man beim Aufräumen dann zu müde ist.

    Doch dann steht plötzlich – wie beim Martinszug – jemand da und sagt: Habe meine Tasse mitgebracht, wir wollten doch umweltfreundlich feiern.

    Also immer und überall der gleiche Vorgang, wenn du nicht dauernd dran bleibst, kommen die schlechten Gewohnheiten zurück.

    Also bleib dran. Immer nur den nächsten Schritt angehen, aber beharrlich.
    Übrigens hier liegt jetzt Schnee. Morgen wirds dann ganz kalt und übermorgen werden wir in frühlingshafte Temperaturen kommen.
    Halt die Ohren steif!
    Klaus

    • Sina Manger Sina Manger Autor des Beitrages | 18. Dezember 2012

      Danke für die aufbauenden Kommentare zum Thema Umwelt und Kommunikation! Ich freue mich immer sehr, wenn ich mitbekomme, wer meinen Blog so liest…also dranbleiben 😉