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Oktoberfest

Hallo Freunde,

hier geht der Alltag weiter. Wobei „Alltag“ eigentlich zu viel gesagt ist. Eine Woche gleicht der nächsten kaum, ständig passiert irgendetwas Neues oder Besonderes, sodass die Zeit hier sehr schnelllebig ist. Am Samstag waren wir wieder einmal in Mangatarem um beim monatlichen Arbeitstag der Bauern im Reforestationprojekt mitzuhelfen. Inzwischen werden zwar keine Bäume mehr gepflanzt – es ist zu trocken geworden, sodass die Setzlinge nicht durchkommen würden – aber an Arbeit mangelt es trotzdem nicht. Wir haben „Firelines“ also Feuerschneisen angelegt: Etwa 6 Meter breite, den Berg hinauf führende Schneisen, in denen kein brennbares Material mehr existiert, sodass im Falle eines Brandes nicht der ganze Baumbestand vernichtet wird. Für uns bedeutete das, die langen, scharfen Gräser ausreißen, Wurzeln ausgraben und an den Grenzen der Schneise kleine Steinwälle auftürmen. Gerade bei letzterer Arbeit halfen auch die beiden Kinder von Simon und Imelda begeistert mit. Zunächst war das Wetter uns noch hold, in der zweiten Tageshälfte kam dann aber die Sonne heraus und es wurde sehr heiß – zumal all das gerodete Material vor Ort verbrannt wurde. Nach Feierabend waren wir alle froh, uns in den kühlen Fluss stürzen zu können.

Nachdem ich am Sonntag in Sual gearbeitet hatte, ging es am Montag mit dem 5-Uhr-Bus nach Burgos, wo wir am „Run for Light“, einem Sponsorenlauf von Fr. Aarons Orden „Opifices Christi“ teilgenommen haben. Corinne und Tobi waren auch wieder dabei. Die beiden sind allerdings nach dem Frühstück zurück nach Alaminos gefahren, während Franzi und Ich geblieben sind um an einem Youthcamp teilzunehmen. Weil ich – ich schiebe es auf Nebenwirkungen der am Sonntagabend gespritzten letzten HepatitisA-Impfung – nicht unwesentliche Teile davon verschlafen habe, überlasse ich diesen Bericht lieber Franziska.

Dienstagmittags sind wir dann direkt nach Infanta weitergefahren. Es war sehr heiß, der Schweiß floss in Strömen und ich habe mich schon auf die abendliche Dusche gefreut aber Pustekuchen! Kaum in Alaminos angekommen ist Franzi – schon auf dem Weg zum Bus nach Bani – Ate Lou begegnet, die uns aufs Oktoberfest eingeladen hat. Ja, ihr habt richtig gelesen: aufs OKTOBERFEST! Der philippinische Bierproduzent „San Miguel“ inszeniert jetztschon seit einigen Jahren in Alaminos eine Art Kopie des deutschen Oktoberfestes. Natürlich mussten wir hin. Wir haben dann erst noch der Basketballmannschaft der Priester beim Spielen auf der Plaza zugeschaut, danach ging es los. Bier in 1L-Plastikkannen und dazu Plastikbecher und Eis, eine Lifeband, die Chartsmusik gespielt hat und Erdnuss- und Eierverkäufer überall. Hat ganz ehrlich einigen Spaß gemacht zumal wir uns durch eine Reihe philippinischer Snacks und alle angebotenen Nüsse probiert haben. Zum krönenden Abschluss gab es dann auch noch ein Balut für jeden. Ich schwöre hoch und heilig: Dieses war mein letztes. Nie wieder werde ich dieses Zeug essen. Danach sind wir ins Esszimmer der Priester, die sich das ganze Spektakel aus sicherer Entfernung  von drinnen angeschaut haben, und haben dort den Rest des Abend verbracht. Fotos der verschiedenen Aktivitäten sind hier.

Heute musste dann mal ein freier Tag sein, allein schon, um den Berg von Wäsche in Angriff zu nehmen, der sich angesammelt hat.

Ganz liebe Grüße und PROST euch allen, stoßt auf mich an wenn ihr etwas zu trinken habt.

Sina

3 Kommentare

  1. Roger Manger Roger Manger 31. Oktober 2012

    Meine liebe Tochter, was für ein eisenhartes Programm! Innerhalb von 4 Tagen in Mangatarem, Sual, Burgos, Infanta und natürlich Alaminos. Übernimm dich nicht! Und schon wieder Bulut! Alles Liebe, Papa

  2. Ulla Rausch Ulla Rausch 5. November 2012

    Hallo Sina, prost und geniesse deine freie Zeit nicht nur mit Wäschewaschen. Ich glaube ich würde es da keine 2 Wochen aushalten.
    Aber wahrscheinlich sind wir einfach viel zu verwöhnt und auch einfach nicht offen genug.Dir weiter so viel Frohsinn und Gelassenheit, ich bleibe dran. Dicker Drücker Ulla

  3. Ulrike Erichsen Ulrike Erichsen 8. November 2012

    Liebe Sina, ich habe gerade eine sehr interessierte, teils vergnügliche, teils etwas eklige (s. Balut) Stunde mit Ihrem Blog verbracht. Lea hatte mir noch einmal eine Erinnerungsmail mit der Adresse geschickt. Ich finde es
    unglaublich spannend und aufregend, was Sie gerade erleben, was Sie sich zutrauen und wie Sie davon berichten. Ich kann mir momentan nicht unbedingt vorstellen, was Sie später bei so etwas Langweiligem wie einem Studium noch erschüttern sollte. Die Fotos, die Ihrem Blog beigefügt sind, gefallen mir ebenfalls sehr. Ich werde jetzt „dranbleiben“ und versuchen regelmäßig zu lesen, zumindest wenn es die Klausurberge auf meinem Schreibtisch zulassen. Ich wünsche Ihnen weiterhin Gelassenheit, Freude im Umgang mit den verschiedenen Menschen, die Sie kennengelernt haben, viel Spaß mit Ihrer Kollegin und guten Mut für alle die intereessanten Überraschungen, die noch auf Sie warten. Herzliche Grüße, Ulrike Erichsen