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Meine Arbeitsstelle in Sual

Da ich von allen Seiten gefragt wurde, kommt hier jetzt ein bisschen was über meine Arbeit im „Home for the Abandoned“ (=Heim für die Verstoßenen) der „Caring for the Future Foundation“ (CFF) in Sual. Wie schon am Rande berichtet, leben im Heim 15 Kinder im Alter von 5 bis 17 Jahren, etwas mehr Jungen als Mädchen und zum Teil verwandt. Teilweise sind auch die Kinder der Mitarbeiter anwesend. Der Hintergrund der Bewohner ist unterschiedlich. Manche haben noch Eltern bzw. eine Familie, die sich aber nicht um sie kümmern kann, einige sind auch Waisen oder die Erziehungsberechtigten können nicht ausfindig gemacht werden. Die Regierungsbehörden können dann veranlassen, dass ein Kind ins Heim kommt. Das Haus liegt sehr schön gelegen in den Bergen und man hat einen tollen Blick aufs Meer, den ich im Anzeigebild mit euch teile. Es gibt auch eine Website, die ich aber nicht unbedingt empfehle. Ich hatte ziemliche Probleme mit Pop-Ups und sie läd auch nie ganz.

Unter der Woche kann ich helfen zu kochen und das Essen zu verpacken denn das Mittagsessen wird täglich mit dem CFF-Jeepney oder-Tricycle die 10 Minuten von der Barangay Baquioen in der das Heim liegt nach Sual Town herunter gefahren, wo die Kinder in die Schule gehen. Meistens fahre ich dann mit um den Kindern beim essen Gesellschaft zu leisten bzw. die jüngeren zu beaufsichtigen. Das Jüngste Mädchen geht nur in die Vorschule und kommt mittags immer mit zurück.

In der Vergangenheit wurde jeden Samstag von freiwilligen Studenten („Scholars“) eine Activity mit den Kindern gemacht, d.h. ein etwa einstündiges Programm mit Spiel und Diskussion zu einem bestimmten Thema. Dies haben wir nach längerer Pause gestern wieder aufgenommen. Ich habe zusammen mit einem Scholar das Thema „Responsibility in (romantic) relationships“ vorbereitet weil die Mehrzahl der Kinder eigentlich schon Teenager sind und sich deutlich für das andere Geschlecht interessieren. Auch in den nächsten Wochen soll es wieder Activities geben, unter anderem über „Respect“ und „Environmental Responsibility“. Am Nachmittag bleibt Zeit für alle möglichen Dinge, auf die die Kinder Lust haben. Irritierend für mich ist, dass fast immer der Fernseher läuft, der eigentlich nur als Strafe für schlechtes Verhalten – z.B. Nichterfüllen der Pflichten im Haushalt – ausgeschaltet wird. Allerdings ist das auf den Philippinen nichts Besonderes, in meiner Gastfamilie läuft eigentlich auch ständig der Fernseher, manchmal gleichzeitig mit Musik oder ähnlichem. Sonntags gehen morgens alle in den Gottesdienst. Der frisch eingesetzte neue Father in Sual ist eine Art Glücksgriff. Fr. Darren ist ausgesprochen „cheerful“ und „lively“, sodass sie Kinder in mögen. Wir hoffen, dass es ihm möglich sein wird, zumindest einmal im Monat im Heim selbst Gottesdienst zu halten. Sonntagsnachmittags haben die Kinder dann „Community“, d.h. sie können runter in die Stadt fahren und dort Zeit mit anderen jungen Leuten verbringen.

Gemeinsam haben Ich, die Social Worker (Sozialarbeiterin) und die japanische Jahrespraktikantin des Heims auch den Plan für die Gebetszeit der Kinder überarbeitet. Anstelle der täglichen Rosenkränze –wollen wir zweimal die Woche ein Bible-Sharing machen, zweimal Meditation und einmal „spontanes Gebet“. Mal schauen, ob ich meinen Schedule so umstellen kann, dass ich zumindest an einem oder zwei Abenden die Woche dabei sein und helfen kann denn leider fahren die Busse von Sual nach Alaminos nicht sehr lange und für den Weg den Berg runter ein Tricycle zu finden dürfte auch schwierig werden.

Na ja, es wird sich wohl alles irgendwie fügen. Das ist eine Lektion, die ich auf den Philippinen gelernt habe: Alles geht nur auf Umwegen. Allerdings eröffnen sich dabei manchmal komplett neue Möglichkeiten, die man gar nicht in Betracht gezogen hätte.
Ich halte euch auf dem Laufenden. Wenn ihr etwas Bestimmtes gerne wissen möchtet, schreibt mich einfach an. Liebe Grüße, eure Sina

Ein Kommentar

  1. Lea Lea 19. Oktober 2012

    Hallo Sinchen,
    wie sieht es nachts aus mit dem Fernseher? Ich weiß noch, als ich mit meiner Gastfamilie in Wyoming war, weil Brittany ihren Bachelor-Abschluss gemacht hatte, haben wir ein Hotelzimmer geteilt und es lief die ganze Nacht der Fernseher. Ich bin bald wahnsinnig geworden, weil ich bei dem Lärm partout nicht schlafen konnte. Du bist da sicherlich weniger empfindlich, aber trotzdem…
    Kuss, Lea