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Reis, Reis, Reis

Mahal nilang Mambabasa (liebe Leser),

In zwei Tagen ist unser Sprachkurs zu Ende und ich merke, dass ich, trotz einiger Schwierigkeiten, doch immer mehr verstehe und sagen kann. Besonderst, wenn wir auf der Plaza mit den Kindern von dort spielen, die meist kein Englisch sprechen, kommt man in die Verlegenheit seine neuen Sprachkenntnisse zu nutzen. Denn es verleitet sehr schnell ins Englisch zu verfallen, sobald man einpaar Vokabeln nicht kann. Abgesehen davon, dass wir eigendlich immer auf Englisch angesprochen werden, da alle davon ausgehen, die beiden „Amerikanas“ verstehen bestimmt kein Tagalog.Hinzu kommt auch noch, dass in Alaminos neben Englisch und Tagalog, Ilokarno und Pangasinan gesprochen wird.

Ihr seht, es ist nicht ganz so einfach mit der Kommunikation.

Letzte Woche waren wir wieder in Infanta für ein Feeding gewesen.Father Aris, der Pfarrer von Infanta, hielt in der Dorfkapelle eine Messe, wo nicht mal alle hineinpassten, so viele Kinder waren da.

Danach bracht er uns zu einer kranken Frau in ein naheliegendes Dorf, die schon seit einigen Jahren an Krebs leidet.Ich habe noch nie einen Menschen so leiden sehen und es war schwere die Hilflosigkeit bei einer so weit fortgeschrittenen Krankheit zu ertragen.

Nun aber zu unseren neuen Erfahrung in der philippinischen Landwirtschaft:

Am Montagmorgen, noch bevor der Radau unter meinem Fenster mit den Jeepneys anfing, schlüpfte ich in meine roten Gummistiefel und machte mich mit Sina auf nach Makatew. Wir trafen Noly vor dem SAC und fuhren mit ihm und seiner Frau mit dem Auto in das Barangay, welches 20 Minute von Alaminos  entfernt liegt. Dort gehören der Kirchengemeinde Alaminos einige Reisfelder, die nur biologisch und ökologisch bewirtschaftet werden.

Dies ist hier ein großes Problem. Denn viele Bauern benutzen chemischen Dünger und Pestizide. Beides ist sehr teuer und verunreinigt das Grundwasser und das verursacht wieder Haut- und andere Krankheiten. Deshalb versucht das SAC den Bauern einen günstigen und natürlichen Weg zu zeigen, wie sie ihre Felder bewirtschaften. Es wird auch darauf geachtet, das die Artenvielfalt an Reis nicht ausstirbt und nicht nur noch der weiße Reis angebaut wird, sondern auch noch roter und schwarzer Reis.

Jedenfalls wurden Sina und ich mit einem sichelartigem Messer ausgestattet und los ging es mit dem Ernten: Mit der einen Hand packt man den Reispflanzenbüschel und schneidet ihn mit der andern Hand ab. Dann legt man ihn auf die Abgeschnittenen Halme hinter sich, damit die Reiskörner nicht im Matsch landen, und schneidet den Nächsten ab.

Meine Gummistiefel waren komplett sinnlos, denn sie blieben einfach im Matsch stecken. Deshalb machte ich barfuss weiter, wie alle Bauern es hier tun.

Es war anstrengend, doch beim Mittagessen, was uns die Frau vom Noly auf einer Feuerstelle nahe den Reisfeldern kochte, konnten wir den Reis, den es natürlich gab, gleich dreifach so sehr genießen und schätzen.

Nach der Mittagpause hatten wir leider wieder Sprachkurs. Wir hätten gerne noch weiter mitgeholfen, die abgeschnittenen Büschel einzusammeln und mit Hilfe einer Maschine, die Reiskörner vom Halm zu entfernen.Aber ein nächstes Mal kommt bestimmt, denn auf den Reisfeldern in Makatew kann zwei Mal im Jahr gepflanzt werden. In manchen Regionen, wo es Bewässerungssystem gibt, sogar drei Mal. Denn eine Reispflanze braucht nur zwischen 90 und 130 Tage, um von einem kleinen Setzling zu einer fruchttragenden Pflanze zu werden.

Also werdet ihr bestimmt wieder von uns hören, wenn wir uns über zerkratzte Arme und Beine beklagen, denn die Reispflanzen können manchmal sehr bissig sein.

Liebe Grüße

Franziska