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Paper Bricks & Party

Hallo euch allen!

Am Samstag haben wir abends wieder der „Neo-Mass“ beigewohnt, allerdings gab es diesmal einige Komplikationen. Zunächst ist der Priester für eine halbe bis dreiviertel Stunde nicht aufgetaucht weil er aufgrund des „Birthdays of Mama Mary“ noch anderweitig beschäftigt war. Für vielleicht zwanzig Minuten während des Wartens fiel dann auch noch der Strom aus, sodass wir bei Kerzenlicht dasaßen. Hinzukam, dass es stark regnete, donnerte und blitzte. Irgendwie hat die Kombination aus Kerzenlicht und Gewitter eine sehr schöne Stimmung hervorgerufen. Es war fast schade, als das Licht wieder anging.

Für den Montag hatten wir mit den Mädels vom Parish Office eine „Ladies Night“ geplant. Wir wollten zum Haus von Tes fahren, einen Spaziergang zum Meer machen und vielleicht einen Film ausleihen. Kurzfristig wurde dann entschieden, dass wir vorher noch auf den Geburtstag von Robert müssen, der in einer Barangay von Alaminos wohnt. Es regnete, donnerte und blitzte schon wieder wie verrückt, zudem wusste eigentlich keiner, wohin wir fahren mussten, sodass die Fahrt eine sehr amüsante kleine Katastrophe wurde. Schließlich zurück im Zentrum von Alaminos wurde unsere fröhliche Gruppe um eine Person ärmer und das Wetter war auch nicht besser geworden, daher entschieden wir uns dafür, den Ausflug zu verschieben. Franzi und ich haben dann einfach Eis und „Red-Horse“-Bier gekauft die Party in die Küche zu Ate Bing und Ate Lou verlegt.

Gestern, am Dienstag, war wieder das monatliche „Clergy-Meeting“, zu dem alle Priester erscheinen um gemeinsame Ziele herauszufinden und Vorgehensweisen zu verallgemeinern. Diese Horde (36 aktive und 2 pensionierte Priester) zu verköstigen, hat alle nachhaltig beschäftigt und auch unsere Hilfe war sehr erwünscht. Zwischen Frühstück und Mittagessen wurde natürlich ein Meryenda serviert, in diesem Fall eine Art lilafarbener (die Farbe kommt von der Ube-Wurzel, einem Gemüse), süßlicher Brei mit aus Reismehl geformten und gekochten Bällchen, Nudeln und allem möglichen anderen Zeug drin. Sehr lecker!

Nachmittags waren wir dann im SAC und haben bei der Herstellung von „Paper Bricks“ geholfen. Auf den Philippinen wird noch sehr viel mit Kohle gekocht, was teuer und umweltschädlich ist. Das SAC versucht jetzt, die Menschen davon zu überzeugen, stattdessen ihr Altpapier dafür zu verwerten, es kann praktisch jede Sorte Papier, sogar Pappe und auch Pflanzenreste und Holzspäne verwendet werden. Das Material wird grob kleingerissen, einige Stunden in Wasser eingeweicht und dann entweder per Hand zu runden Kugeln oder durch Formen gepresst. Wir haben etwa alte, größere Filmrollen verwendet, an einer Seite offen, an der anderen mit dem Deckel – in den viele Löcher gemacht wurden – verschlossen. In die offene Seite wurde Papierbrei gestopft und festgepresst, sodass das Wasser durch die Löcher abfloss, am Ende wurde einfach der Deckel abgemacht und das – noch feuchte, zylinderförmige  –  Brick rausgedrückt. Nach ein paar Tagen trocknen können die Bricks dann zum Kochen verwendet werden, sogar zum Grillen, wie uns erklärt wurde. Zur Demonstration wurden gleich zwei alte angezündet und tatsächlich glühen sie langsam durch wie Kohle. Durch die Verwendung dieser selbstgemachte Paper Bricks werden gleich drei Fliegen mit einer Klappe geschlagen: Geldeinsparung, Schutz der Umwelt weil keine Bäume mehr für die Kohleproduktion draufgehen und Recycling des Altpapiers. Sogar die Asche kann weiterverwendet werden – gemischt mit Hühnermist und anderem dient sie als Dünger für die hier häufig übersäuerten Böden.

Abend haben wir dann was mit den Fathers Dennis, Bob und Julius unternommen. Ohne eigentlich zu wissen, wohin es gehen sollte, sind wir ins Auto gestiegen und überraschenderweise in Dagupan rausgekommen. Father Bob hält mir leidenschaftlich gerne vor, „how little“ ich doch essen würde und so habe ich den Abend dazu genutzt, ihm das Gegenteil zu beweisen. Wir sind also durch die Malls und ihre „Restaurants“ gezogen und hatten – kurz zusammengefasst – jede Menge Spaß.

Morgen geht es wieder zum Feeding, zumindest zwei Bilder vom letzten Mal habe ich inzwischen hochgeladen. Ansonsten gibt es eine neue Galerie in der unsere abendlichen Vergnügungen dokumentiert werden.

Liebe Grüße, Sina

2 Kommentare

  1. Lea Lea 6. Oktober 2012

    Hallo Sinchen,
    du hast dir mehr Kommentare gewünscht, also hinterlasse ich dir mal meine Gedanken 🙂
    Das mit den Paper Bricks hört sich ziemlich cool an, aber ich habe mich als ich es gelesen habe sofort gefragt, ob überhuapt genug Altpapier zusammenkommt um wirklich den Bedarf zu decken. Ich stelle mir das nämlich ein bisschen wie Pappmaché ohne Kleber vor und da braucht man ja unfassbare Mengen Altpapier, um eine kleine Kugel zu bekommen… Ich kann mir jedenfalls kaum vorstellen, dass es wirklich so viel Altpapier gibt!
    Kuss, Lea

    • Sina Manger Sina Manger Autor des Beitrages | 7. Oktober 2012

      Den Bedarf aller kann man damit sicherlich nicht decken aber zumindest das anfallende Altpapier (auch Pappe und beschichtetes Papier, Reste von der Reisernte, d.h. Hülsen u.ä….)lässt sich so super recyclen. Und wenn ichs mir recht überlege: Der Papierstapel, der nach meinem Abitur in die Papiermülltonne gewandert ist, hätte ziemlich viele Paper-Bricks ergeben!