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Ein Monat rum!

Hallo liebe Leser,

ist es nicht verrückt, dass Franzi und Ich jetzt schon etwa einen Monat hier sind. Unser Zeitgefühl sagt uns übereinstimmend: Zwei Wochen, vielleicht zweieinhalb…

Na ja, am Montag und Mittwoch haben wir zum zweiten und dritten Mal morgens in der Klinik geholfen. Diese ist ein Service des Social Action Centers, bei dem arme Leute umsonst eine ärztliche Konsultation einholen können. Zwar wäre ihnen dies auch im Krankenhaus möglich aber viele bevorzugen die persönlichere Betreuung im SAC. Dort wird mit freiwilligen Human- und Zahnärzten zusammengearbeitet, seit neuestem auch mit einer Apothekerin. Wir durften also Patienten aufnehmen und „Records“, also Patientenakten erstellen, Fieber messen und wiegen. Bei der Ermittlung der Symptome bzw. des Grundes für die Konsultation stoße ich mit meinem Tagalog an meine Grenzen da nicht alle Patienten Englisch verstehen. Deshalb habe ich mir kurzerhand wichtige Vokabeln (wie ubo = Husten, lagnat = Fieber, lamig = Schnupfen/Erkältung und timbang = Gewicht) auf die Hand geschrieben. Erkältungen sind jetzt in der Regenzeit im ärmeren Teil der Bevölkerung sehr verbreitet weil die Häuser teilweise nicht wasserdicht sind und bei der hohen Luftfeuchtigkeit in Ermangelung einer Klimaanlage oder auch nur eines Ventilators die Menschen und Kleider einfach nicht mehr trocken werden. Die einzige Aufgabe, die wir nicht übernehmen können, ist Blutdruck messen. Auf den Philippinen ist Bluthochdruck sehr verbreitet und einige Patienten kommen nur um ihren Blutdruck überprüfen zu lassen. Leider standen wir und die Patienten morgens erst mal eine knappe Stunde vor verschlossener Tür weil der Teil des Personals, der über Schlüssel verfügt weder anwesend noch zu erreichen war.

Wir haben ja schon die vielen Tiere erwähnt, die hier rumlaufen. Darunter sind auch Babykatzen, von denen eine im Gemeindesaal des „pastoral houses“ zwischen den Stuhlbeinen rumgeschlichen ist. Dieses extrem knuffige Exemplar war besonders aufdringlich, ist mir um die Füße getappst und hat sich dann kurzerhand dort niedergelassen. Ich konnte es mir nicht verkneifen ihr Fischabfälle vom Abendessen zu bringen und nachdem die winzige Katze etwa den Gegenwert ihres eigenen Körpergewichts verschlungen hatte und mich dann ansah wie der gestiefelte Kater aus Shrek, war ich komplett verloren. Ich habe ihr dann den Namen „Sabi-Ko“ gegeben (Tagalog für „ich sagte/ich habe gesagt“), ein Ausdruck den unsere Sprachlehrerin immer in ihren Anekdoten benutzt und der zu Anfang das absolut einzige ihrer langen Monologe war, das ich verstanden habe.

Am Dienstag waren wir dann wieder in Infanta beim Feeding, diesmal hat es leider geregnet, sodass unsere Spielmöglichkeiten etwas eingeschränkt waren. Trotzdem ha sich spontan einiges ergeben und wir sind ungern wieder aufgebrochen.

Trotz aller Vorsichtsmaßnahmen – zugegebenermaßen zuweilen etwas lasch durchgeführt – werden wir von den Moskitos aufgefressen. Alle sind sehr besorgt um uns und von verschiedenen Personen wurden uns schon insektenvernichtendes Raumspray, Off-Lotion (Hautspray) und Salbe gegen den Juckreiz zugeführt. Über die sind wir inzwischen allerdings sehr froh, denn unser Fenistil-Vorrat wäre ansonsten längst erschöpft und kratzen sollte man auf keinen Fall weil die Infektionsgefahr von Wunden hier sehr hoch ist.

Heute haben wir uns strategisch den Nachmittag freigenommen (von der Aktion am Samstag in Mangatarem hatten wir ja noch einen „free day“ zur Verfügung), im SAC-Health-Program gibt es nämlich nur morgens – eben in der Klinik – sinnvolle Arbeit für uns. Am Spätnachmittag waren wir dann aber mit Corinne und den Kindern auf der Plaza.

Aalis na ako (Ich muss gehen/Ich gehe jetzt), ich lasse bald wieder von mir hören! Eure Sina

Ein Kommentar

  1. Mark Mark 6. September 2012

    versuche helle Kleidung zu tragen.
    Dunkle Kleidung oder Farben zieht Mücken an.
    spitzwegerich ist auch gut gegen Mücken.