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Bäumchen für Bäumchen

Hallo liebe Leser,

Jetzt habe ich mich seit zwei Wochen nicht mehr gemeldet, keinen Grund zur Aufruhe, denn mir geht es gut.

Die „Lazy Days“ sind nun wirklich vorbei und ich habe jede Menge zu tun. Sina hat ja schon einiges berichtet, was wir in den letzten Tagen gemacht haben. Deshalb beschränke ich meinen Bericht heute nur auf unseren Besuch in der Reforestation in der Parish Magaterem.

Ausgerüstet mit Gummistiefeln, Hut, Sonnenkreme, 4 Litern Wasser, viel Pan de Sal zur Stärkung und einer gehörigen Portion Motivation trafen wir uns gestern Morgen in der Früh vor dem Social Action Center, um mit Noly und Cany (beide sind SAC-worker) den Weg nach Magatarem in das Barangay (Dorf) Pacalac anzutreten.

Dort angekommen drückte Noly jeden von uns eine Schaufel in die Hand, er schnappte sich einige Baumsetzlinge und wir folgten einem der Dorfbewohner zu der Reforestation, wo Simon mit den Mitgliedern der Bauerngemeinschaft auf dem Gemeinschaftsareal Baumsetzlinge einpflanzte. Die Reforestation ist ein Programm vom SAC, um den Wald wieder aufzuforsten, der in den 1970 Jahren abgerodet wurde. Jedes Mitglied der Bauerngemeinschaft erhält für einen Zeitraum von 25 Jahren ein Hektar Land, den er bewirtschaften soll. Die Ernte ist für den eigenen Nutzen, doch im Gegenzug, müssen sie ein Mal im Monat im Gemeinschaftsareal mit aufforsten helfen. So hat man zwei Fliegen mit einer Klappe.

Zunächst ging es über eine wackelige Hängebrücke, mit der wir so den breiten klaren Fluss überqueren konnten und weiter durch ein kleines Stück Wald. Wir kamen auf eine Lichtung mit Gras das mir bis zur Schulter ging und gehörige Schnittwunden verursachen konnte, was Sina schmerzhaft feststellte.

Es war ein langer Fußmarsch und es ging immer steiler bergauf. Die Sonne schien, es war heiß. Nun waren wir auf unbewaldeten Land und nicht mehr so weit von den andern entfernt und unser „Guide” gab immer wieder komische Laute von sich. So ungefähr: „Uuuuhhh“ (Pause) „Uuuhhh“. Zu nächst war ich total verwirrt, aber dann verstand ich. Es ist vergleichbar mit dem Jodeln in den Alpen. Ich denke mal, er hat angekündigt, dass wir kommen.

Das Pflanzen lief so ab: Man nahm einen kleinen Sack Dünger, so viele Baumsetzlinge, wie möglich, eine Schaufel und suchte sich ein Loch, welches vorher von einem anderem in die Erde gegraben wurde. Die Plastikhülle wurde vom Setzling entfernt, der Dünger mit der Erde vermischt, das neue Bäumchen hinein gesetzt mit der Erde fest gedrückt und dann, ganz wichtig, das Gras Drumherum platt gedrückt. Und dann ist man zum nächsten Loch gegangen, welches Idealerweise auf der gleiche Höhe sein sollte.

Nach einer langen Mittagspause am Fluss mit der Familie von Simon, dem schweizer Forstwirt, der die Reforestation leitet, ging es weiter bis zum späten Nachmittag.

Simon hatte für die am besten arbeitende Gruppe eine Überraschung versprochen. Deshalb gab es für die Bauern, die bis zum Schluss ausgeharrt hatten, ein gemeinschaftliches Beisammensein im Dorf mit Knabberkram, Mischbier für die Mädchen, Cola für die Kinder und etwas Hochprozentiges für die Männer.

Währendessen fing es stark zu regnen an und es wurde sehr gemütlich unter dem Vordach eines Häuschen von einen der Bauern.

Unterdessen hatten die Kinder von Simon aus dem Dorf  zwei Schildkröten geschenkt bekommen, die vermutlich aus dem naheliegenden Fluss stammten, und mit kurzer Hand bohrte eines der Dorfkinder ein Loch in den Panzer, um eine Schnur dran zu befestigt, damit sie nicht abhauen konnten.

Da Noly und Cany in der Mittagspause schon wieder nach Alaminos zurück gefahren sind, machten Sina und ich uns in der anbrechenden Dämmerung mit einem Tricicle nach Magatarem City auf, um von dort noch einen Bus nach Alaminos zu bekommen.

Ich saß im Beiwagen des Tricicles mit den beiden Kindern von Simon, hatte Schildkröte Emma auf dem Schoss, der Regen tropfte auf das Dach und der Wagen holperte durch die Pfützen. Es war einfach wunderschön.

Nach Verabschiedung bei unserer neuen Schweizer Bekanntschaft und der Bezahlung für das Tricicle, was sich sehr schwer gestaltete, weil der Fahrer kein Wechselgeld hatte und wir es daher auf ein nächstes Mal verschoben mit dem Bezahlen, bekamen wir ohne lange zu warten einen Bus direkt nach Alaminos.

 

Liebe Grüße

Eure Franziska

P.S. Simon brachte uns auf dem Seminar letzte Woche selbstgebackenes echtes Brot mit, worüber wir uns sehr freuten. Mal eine Abwechselung zu dem ganzen Reis morgens, mittags und abends.