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Alles auf Anfang…

Neue Wohnverhältnisse, neue Arbeit und schon viele neue Erfahrungen! Einiges hat sich bei mir getan seit ich das letzte Mal dazu gekommen bin, einen Bericht zu schreiben.

Zunächst bin ich am letzten Sonntag in meine neue Gastfamilie hier in Alaminos umgezogen: Zu Ate Amelou und Tito Vic. Jetzt wohne ich übrigens im Nachbarhaus von Corinne und Tobias, den Schweizer Entwicklungshelfern. Meine Gasteltern haben keine Kinder aber außer mir wohnt noch eine Studentin hier, die von Ame und Vic gesponsort wird. Sonst gibt es noch 7 Hunde und mindestens 5 Katzen, dass es jemals zu ruhig sein wird muss ich daher nicht befürchten :-). Meine Familie singt sonntags im Frühgottesdienst im Chor (bzw. der Chor besteht mehr oder weniger auch ihnen), dementsprechend bin auch ich heute Morgen um 5 Uhr aufgestanden um pünktlich in der Kirche zu sein – und natürlich waren die Kirchenbänke bis zum Beginn des Gottesdienstes gut gefüllt. Erstaunlicherweise sind die frühen Messen hier deutlich beliebter als die am Nachmittag.

Am Montag hatte ich meinen ersten Arbeitstag bei der „Care for Future Foundation“ (CFF) in Baquioen, Sual, etwa eine halbe Stunde mit dem Bus und dann nochmal 10 Minuten mit dem Tricycle von hier entfernt. Das ist ein Waisenhaus bzw. ein Haus für „abandoned Children“, dass von einer japanischen Organisation unterstützt wird. Dort finden auch regelmäßig „Worccamps“ mit Jugendlichen aus Japan und manchmal auch anderen asiatischen Ländern statt. Anfang der Woche war auch gerade eine japanische Jugendgruppe da, allerdings unabhängig von den Workcamps (siehe Franzis letzten Artikel). Spontan wurde ich gefragt ob ich zu deren Exkursion nach Baito am Mittwoch und Donnerstag mitkommen möchte und auch Franzi wurde eingeladen. Nachdem ein paar SMS hin und hergeschickt wurden, haben wir natürlich zugestimmt, denn die Chance, in einer abgelegenen Barangay in den Bergen zu übernachten, wollten wir uns nicht entgehen lassen.

Am Montag bin ich dann gerade rechtzeitig zum zurückgekommen um zumindest noch eine halbe Stunde beim Spielen auf der Plaza dabei zu sein und am Dienstag konnten Franzi und Ich beide von Anfang an mitmachen. Viele der Kinder sind uns schon ans Herz gewachsen, mit anderen ist der Umgang eher schwierig. Ich bewundere Corinne sehr dafür, dass sie das Spielen so lange alleine gemacht hat und immer noch alleine macht, wenn niemand von uns beiden da ist. Alleine eine so gemischte und zum Teil große Gruppe zu betreuen, ist wirklich nicht einfach.

Baito hat mich ebenso beeindruckt wie Franzi, man konnte den Zusammenhalt der Dorfgemeinschaft spüren. Die Kinder waren sehr gesund, kaum welche „malnourished“ (über- oder untergewichtig) und fast alle mit guten, weißen Zähnen – was angesichts der rasanten Verbreitung von abgepackten Süßigkeiten und Fastfood auf den Philippinen ziemlich selten ist. Aber in Baito gab es kaum „Tüten-Nahrung“, alle Mahlzeiten und Meryendas, die uns vorgesetzt wurden, waren frisch aus natürlichen Produkten zubereitet – und super lecker! Natürlich musste ich für die Erfahrung des ganz einfachen, „basic“ Lebens in Baito einige Opfer bringen. Als ich draußen einigen menschlichen Bedürfnissen nachgegangen in, wurde ich von ziemlich bissigen Ameisen überfallen und beim morgendlichen Bad im Fluss ist meine nagelneue Seife weggeschwommen…aber es hat sich definitiv gelohnt!

Am Freitag und Samstag habe ich dann wieder bei CFF gearbeitet und endlich auch mal alle Kinder gesehen denn unter der Woche sind natürlich alle in der Schule. Momentan leben im Heim 15 Mädchen und Jungen zwischen 5 und 17 Jahren. Ich arbeite noch hart daran, mir alle Namen, das Alter und die Verwandtschaftsbeziehungen innerhalb des Heims zu merken und herauszufinden, welche „Schedules“ Freizeitgestaltungsmöglichkeiten es gibt. Sr. Carols Plan sieht vor, dass ich 5 Wochen bei CFF arbeiten werde. Davon ist die erste jetzt schon rum aber ich werde mal versuchen, noch zwei Wochen mehr
rauszuschlagen.

Am Freitagmorgen war außerdem ein Fun-Run in Alaminos, an dem das gesamt Social-Action-Team teilgenommen hat. Es ging um 6 Uhr morgens los, als die Temperatur noch erträglich war und wir sind etwa 5 km vom privaten zum öffentlichen Krankenhaus gejoggt – quer durch Alaminos. Mir hat es ziemlichen Spaß gemacht und Ich und Franzi sind am Ende auf den Plätzen 2 und 3 der Frauenkategorie gelandet – was allerdings keine große Kunst war denn die meisten Frauen, die mitgelaufen sind, hatten die 50 schon überschritten.

Hinter mir liegt also eine aufregende und anstrengende Woche, zumal ich am Samstagabend auf dem Weg von der Busstation zum Haus meiner Gastfamilie von den Damen des Offices inklusive Ate Lou abgefangen und eingeladen wurde, mit nach Makatew (Priesterseminar) zum 15 „Priesthood-Anniversary“ von Fr. Ninoy zu kommen. Angesichts der zwei ganzen gebratenen und in Pappe eingewickelten Schweine, die schon im Jeepney des Seminars lagen, konnte ich unmöglich nein sagen! Bilder von dieser Nahrungsmittelorgie findet ihr im neuen Ordner „Freizeit von Sina“. Die Bilder aus Baito sind hier

Ganz liebe Grüße also aus dem Land der Jeepneys, Tricycles, Reisfelder und Kokospalmen und aus dem Land, in den sich manchmal Libellenschwärme am Himmel beobachten lassen, wenn es dämmert – von den bunten und lauten und unglaublich ambivalenten Philippinen!
Sina

4 Kommentare

  1. helmut grein helmut grein 30. September 2012

    Roger hat mir die Daten dieser Webseite beim letzten Telefonat gegeben und ich muss sagen bin äusserts beeindruckt! Was für eine Gelegenheit für dich-wow.Deine Kusine Nicky ist ganz eifersüchtig,nach ihrem 6 monatigen Aufenhalt letztes Jahr in Griechenland ist sie immer noch auf der Suche nach einer Neuen Freiwilligen Organisation wo sie wieder arbeiten kann.Deine Bilder sind ja wirklich anregend,wünschte meine Gesundheit wäre besser und ich könnte sowas noch machen,aber meine ganze Erfahrenheit mit etwas ähnlichen liegt ja viele Jahre zurück und war in Paris,Helfen mit behinderten Kindern und Erwachsenen , was natürgleich kein Vergleich sit mit dem was du machst.
    Viele liebe Grüsse aus Walisien,Helmut :-)x

    • Sina Manger Sina Manger Autor des Beitrages | 4. Oktober 2012

      Lieber Helmut,
      danke, danke für deinen Kommentar. Es freut mich sehr, wie viele Menschen sich für mich und meinen Dienst interessieren. Das Nicky gerne wieder „raus“ möchte, kann ich gut nachvollziehen den ich mache wirklich viele unbezahlbare Erfahrungen hier. Grüße an alle! Sina

  2. Lea Lea 6. Oktober 2012

    Hallo Süße,

    was ist eigentlich aus den Preisen geworden, die euch am Telefon in Aussicht gestellt wurden? Wurdest du jetzt noch ausreichend „geehrt“ für dein Engagement beim Fun-Run?

    Hab dich lieb, Lea

    • Sina Manger Sina Manger Autor des Beitrages | 7. Oktober 2012

      Oo, 1000PHP für mich und 500 für Franzi. Wir wollen es irgendwie in Material für unsere Projekte investieren.