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Sprachkurs und erste Projekte

Hallo an alle!

Inzwischen haben wir mit unserem Sprachunterricht angefangen, der uns hier in Alaminos von einer ehemaligen High-School-Lehrerin erteilt wird. Die Menge an Vokabeln ist kaum zu bewältigen und wir sortieren großzügig aus, was uns brauchbar vorkommt. Die Aufforderung unserer Vorgänger an alle hier, doch bitte mit uns Tagalog zu sprechen hat zumindest teilweise gezogen, sodass wir von den verschiedensten Personen etwas lernen können. Trotzdem ist alles noch sehr schwierig. Es kommt hinzu, dass hier auf den Philippinen über 90 eigenständige Sprachen existieren, in unserer näheren Umgebung zum Beispiel Pangasinan und Ilocano und von Tagalog selbst noch viele verschiedene Dialekte. Bei vielen Meetings oder Gesprächen kommen wir also allein deshalb schon nicht mit, weil mehrere Sprachen gemischt werden. Zwar kommt man mit Englisch sehr weit aber eben auch nicht bei allen, zum Beispiel bei kleinen Kindern.

Wir waren nämlich einige Male in dem Projekt, das Nicole – unsere Vorfreiwillige – und Corinne – eine Schweizer Krankenschwester, die mit ihrem Mann Tobi hier ebenfalls Freiwilligenarbeit im Social Action Center leistet – aufgebaut haben und bei dem es darum geht, mit Kindern ärmerer Familien aus der Umgebung nachmittags zu spielen. Die Eltern dieser Kinder können sich nicht immer kümmern, manche sind auch durch Behinderung dazu nur eingeschränkt in der Lage. Diese Arbeit ist zwar nicht offiziell Teil des SAC-Programms und somit unser Privatvergnügen aber Franzi und ich haben daran große Freude daran. Es ist sehr schade, dass eine von uns das Projekt wird aufgeben müssen, wenn sie nach Bani zieht.

Wir hatten auch Gelegenheit einem „Feeding“ beizuwohnen. Dabei handelt es sich um ein Ernährungs-und Erziehungsprojekt des Social Action Centers, dass für jeweils 6 Monate in einzelnen Barangays (Dörfer) durchgeführt wird. Dreimal die Woche treffen sich die Kinder und Mütter des Dorfes mit SAC Mitarbeitern, kaufen ein und kochen gemeinsam. Die Nahrungsmittel werden über einen Beitrag von 15 Pesos (30 Cent) pro Kind finanziert, den die Familien bezahlen. Dadurch, dass alle zusammenlegen, reicht das für ein kleines Essen. Ziel ist es nicht nur, die teilweise unterernährten Kinder besser zu versorgen, sondern auch ihnen und vor allem ihren Müttern zu vermitteln, was gesunde Ernährung ist, was in einer Mahlzeit enthalten sein sollt und was nicht um eine gute Entwicklung zu gewährleisten. Ebenfalls wichtig ist es, im Dorf eine Gemeinschaft, eine „Small Christian Community“ oder „Basic Ecclesian Community“ zu schaffen, sodass die Familien nach Ende des Projektes möglichst das Gelernte weiterhin anwenden.

Am Freitag waren wir bei einem Meeting in Mangatarem, bei dem es um das Reforestation Projekt ging. Weil unter der Marcos-Regierung bis zu 90 % der Waldflächen auf den Philippinen gerodet wurden und aufgrund des rasanten Bevölkerungswachstums auch weiterhin viel abgeholzt wird, sollen nun wieder Flächen aktiv bepflanzt werden. Das Fehlen von Bewaldung verstärkt nämlich die Auswirkungen des ohnehin schon schwierigen Klimas da der Boden kaum mehr Wasser aufnehmen kann und außerdem an Stabilität verliert, sodass es bei Überschwemmung zu gefährlichen Schlammlawinen kommen kann. Für das Projekt werden Bauern eingesetzt, die jeweils einen Hektar Land langfristig verpachtet bekommen um dort Fruchtbäume anzubauen und dafür einen Tag im Monat selbst – oder von einem Familienmitglied vertreten – bei der Wiederaufforstung des restlichen Landes helfen. Momentan wird versucht, die Familien von der Kompostierung zur Düngermittelproduktion zu überzeugen und sie darin auszubilden damit auf den nährstoffarmen Böden keine teuren, chemischen Dünger eingesetzt werden müssen. Bei den nächsten Pflanztagen werden auch Franzi und ich helfen worauf wir schon ziemlich gespannt sind!

Bis demnächst, eure Sina

2 Kommentare

  1. holger holger 26. August 2012

    hallo sina, hier mein erster versuch eines eintrages. Hab gerade mein telefon zzm smartphone umgewandelt, daher kann ich nicht so viel schreiben. Der sprachkurs hoert sich richtig anstrengend an. so viele sprachen, kaum zu glauben. Bald mehr. Lg holger

  2. Lea Lea 27. August 2012

    Hallo Sinchen,
    das Spiel-Projekt hört sich eindeutig wie nachmittägliches Babysitten an 🙂 Vermisst du deine Kleinen schon? Ich hatte sie jetzt erst ein paar Mal, aber sie sind sehr nett zu mir und zeigen mir noch alles in der Wohnung. Emma nennt mich allerdings immer noch Sina, wenn sie gerade abgelenkt ist 🙂
    Hab dich lieb, Lea