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Neue Eindrücke und ein ernstes Gespräch

Hallo ihr Lieben,

Die Luftmaschine (Klimaanlage und Ventilator) brummt und übertönt sogar die lauten Tricycles, Jeepneys, Busse und Autos, die Draußen an meinem Fenster vorbei sausen. Draußen ist es mittlerweile schon stockduster geworden und alleine gehen wir jetzt am Anfang nicht raus. Das bedeutet Sina und Ich sitzen wieder mal beide in meinem Zimmer und unterhalten uns, schreiben E-Mails und Blockeinträge, weil ich „Glückspilz“ Internetempfang in meinem Zimmer habe und wir so nicht hoch in das Nachbargebäude in das Wohnzimmer der Fathers laufen müssen.
Meine neuste Entdeckung heute war, dass die hinter den mintgrünen Vorhängen versteckten mit Fliegennetz vergitterten Milchglasfenster aufmachbar sind. Jetzt kann ich sogar aus dem Fenster schauen, was ich die letzten Tage sehr vermisst habe, und das Leben auf den Straßen von Alaminos beobachten. Zum Beispiel befindet sich direkt unter meinem Fenster ein lang an der Straße ausgedehnter Parkplatz von Jeepnyes. Gegenüber steht das Haus des SAC (= Social Action Center), welches wir morgen mal besuchen werden und in dem einer von uns beiden arbeiten wird. Aber woher die Lautsprechergeräusche kommen habe ich noch immer nicht herausgefunden.

Ein weiterer neuer Eindruck von den Philippinen und dem tropischen Wetter war, dass wir nach dem Mittagessen raus gehen wollten und es plötzlich mit einem Schlag duchkopfdichte riesige Regentropfen regnete. Überall prasselte es auf die Dächer, auf den Hof, auf das Auto und meinen Regenschirm und es klang wie höllisches Donnern.

Heute kamen wir nach einer Übernachtung bei den Sisters im Konvent auf dem Land, wieder in Alaminos an. Wir fuhren diesmal mit dem Bus zurück, was ein Erlebnis war. Zunächst mussten wir von unserer Unterkunft zu keiner Bushaltestelle laufen und lang auf einen Bus warten der uns bis in das 50 Minuten entfernte Alaminos bringen sollte, sondern gaben dem nächsten Bus der vorbei fuhr ein Zeichen, das ihn bedeuteten ließ anzuhalten. Der erste Bus der vorbeibrauste hatte schon alle Plätze voll, deshalb hielt der dicht gefolgte zweite Bus. Sina, Ich und Sister Carol hüpften hinein, quetschten uns durch den engen Gang des fast vollbesetzten Bus und setzten uns in eine dreier Reihe. Während Sina am Fenster saß, Fotos machte und sich den Wind am offenen Fenster gehörig um die Nase wehen ließ, bezahlte Sister Carol die Fahrkarten bei einem Mann, der durch den Bus lief und mit einem Stanzgerät Löcher in die Scheine stanzte, in welchem Tarifgebiet wie fuhren.
Auch wenn ich die Strecke schon von der Hinfahrt mit dem Auto kannte, bekam ich viel mehr von der Landschaft und den Städten, die wir durchquerten mit. Da die meisten Autos verdunkelte Scheiben haben und man im Bus viel höher sitzt.
Ich sah die bald zur Ernte reifen grünen Reisfelder, die hier wie Getreide angebaut werden.
Ich sah die für die Ernte benötigten Ochsen, die statt mit einem Zaun, mit einem Seil an einen Baum am Straßenrand in Schach gehalten werden.
Ich sah die ganz unterschiedlichen Häuser, die zum Teil aus Zement, dreistöckig mit Giebeldach gebaut sind. Zum Teil aber auch vom Taifun zerstörte Häuser mit improvisiertem Dach, Türen oder Fenstern. Zum Teil Holzhütten, die mit Stelzen über dem angrenzenden Fluss oder Reisfeldern errichtet und die Dächer mit einem bestimmten Gras oder Farn oder so etwas bedeckt sind.
Am Sonntag sah ich in jedem Garten, manchmal sogar an den Leitplanken die Wäsche zum Trocken hängen. Sonntag, oder eigentlich eher Samstag, ist nämlich Waschtag bei den Filipinos.

Damit sich bei Sina und mir erst gar keine schmutzige Wäschehäufchen ansammeln, fing ich am Samstag schon mal an Wäsche in meinem Duscheimer zu waschen. Da Waschmaschinen hier nicht so gängig sind. Aber weil waschen alleine ziemlich blöd ist und es auch ziemlich schwer ist die Wäsche am Ende alleine auszuwringen, trafen wir Waschweiber uns heute bei Sina im Bad und wuschen zusammen.
Man glaubt ja die Wäsche würde bei den Temperaturen schnell trocknen so viel wie wir schwitzen, aber leider ist die Luftfeuchtigkeit der Grund, warum die Wäsche ungefähr zwei Tage trocknen muss.

Heute habe ich im Office of the St. Joseph Cathedral Parish mit den Frauen, die dort arbeiten meinen kleinen Tagalog-Wortschatz erweitert. Das hat mir echt gut gefallen, weil ich so in Kontakt mit Filipinas kam.

Nach ein paar Tagen Eingewöhnungszeit haben Sina und Ich heute ein wichtiges Gespräch mit Sister Carol and Father Rey geführt.
Wir haben nämlich besprochen, was wir für Erwartungen für dieses Jahr von einander haben, wie das Jahr im groben geplant ist, welche Möglichkeiten es zur Gestaltung unserer Arbeit gibt und es wurden die Projekte kurz vorgestellt, wo wir arbeiten können.

In einer Woche beginnt unsere Sprachkurs und ich bin schon voller Vorfreude, weil ich diese Sprache echt gerne sprechen lernen möchte.

Kita tayo mamaya. (= See you later)

Franziska

2 Kommentare

  1. Zacharias Steinmetz Zacharias Steinmetz 14. August 2012

    Etwas einfacher Waschen und Trocknen konnte man zumindest als wir da waren noch ziemlich gut im Haus der Angestellten, links wenn man aus der Radiostation kommt. Da gibts im zweiten oder dritten Stock einen „Waschbalkon“. Fragt mal lieb bei den Sekretärinnen nach 😉

  2. petra loebermann petra loebermann 15. August 2012

    Hallo Sina und Franziska,
    da habt Ihr ja schon eine Menge erlebt! Hoffentlich haben euch die Moskitos noch nicht aufgefressen!
    Hier in Frankfurt ist es gerade auch tropisch heiß 30 Grad und schwül. Da werden wir beim Gemeindefest am Sonntag ordentlich schwitzen.
    Ich wünsche Euch beiden weiterhin eine gute Eingewöhnung und viel Erfolg beim Sprachkurs!
    Liebe Grüße aus dem fernen Deutschland
    Petra Löbermann