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Ankunft in Alaminos

Hallo meine lieben Leser,

Sina, meine Mitreisende, und ich sind gestern gut in Manila gelandet und wurden ohne Komplikationen am Flughafen von Sister Carol, unsere Mentorin abgeholt. Der Weg gestern von Manila Airport nach Alaminos war sehr lang. Zunächst hatte es für mich eine Ewigkeit gebraucht aus Manila heraus zukommen, da zum Teil große Straßen von Manila überschwemmt wurden. Erstaunlich war aber für mich, dass trotzdem Autos, Mofas, Fahrräder und Fußgänger durch das knietiefe Wasser warteten. Es ist zwar nicht so schlimm überflutet, als in den deutschen Nachrichten berichtet wurde, dennoch war der Blick aus dem Flugzeugfenster erschreckend, weil zum Beispiel Stadteile wie Inseln im Meer aussahen.

Ich sitze gerade auf dem Boden in meinem Zimmer. Immer noch ziemlich müde, weil ich die ganze Nacht nicht einschlafen konnte, obwohl ich von der Reise komplett übermüdet war, da ich kein Auge zudrücken konnte im Flieger. Durch das Fenster in meinem Zimmer über der Radiostation von Alaminos dringt von Draußen ständig das Brummen von vorbeifahrenden Autos und Tricycles (Mofas mit Beiwagen) ein, sowie irgendwelche Lautsprecheransagen, quietschende Bremsen, Gehupe, Gelächter und Gerede von Menschen.

Wir wohnen direkt an der Hauptstraße von Alaminos. In meinem Zimmer mit Bett, wo ich gleich mein Moskitonetz drübergespannt habe und so mit der rosageblümte Bettwäsche einem Prinzessinnengemach ähnelt, einem kleinem Tisch fast so groß, wie meiner in Frankfurt, einem Stuhl, einem zweiten Bettgestell, wo meine halbausgepackten Koffer liegen und einer Drahtschnur, die quer durchs Zimmer geht, habe ich noch ein eigenes Bad.

Grundsätzlich sind die Klos um einiges kleiner als in Deutschland, aber die Spülung funktioniert ganz gut. Dafür kommt kein Tropfen Wasser aus dem Wasserhahn am Waschbecken. Man muss mit einem Schöpfgefäß Wasser aus einem Eimer holen und das gleiche mit der Dusche, die nur ein Abflusssieb im Boden zwischen Klo und Waschbecken ist.

Ich hab so lange geschlafen, dass ich sogar das erste Frühstück verpasst habe. Aber morgen ist ja auch noch ein Tag. Wir essen, solange wir in der Radiostation untergebracht sind, mit den Priestern, die im Nachbarhaus von der Radiostation und der San Jose Cathedral wohnen, und den Frauen, die im Gemeindebüro arbeiten, zusammen. Beim Mittagessen, bei dem es Fisch und Reis, Kartoffelstückchen mit Schweinefleisch und Avocado, Ananas und Äpfel gab, bot uns ein Bruder, dessen Name ich leider vergessen habe, an mit ihm bisschen durch die Stadt zu gehen und die wichtigsten Utensilien zu kaufen. Dazu gehörte ein Regenschirm, ein Adapter für die Steckdosen, eine Handy-SIM-Karte, so wie eine 4-Liter Flasche Mineralwasser. Regenschirm, weil hier im Moment Regenzeit ist und es sehr oft regnet. Adapter, weil der Adapter, den ich in Deutschland gekauft habe, nicht passt. Etwas ärgerlich, aber auch nicht so schlimm, weil hier die meisten Sachen billiger sind. Mineralwasser, weil man das Wasser aus der Leitung nicht trinken soll und empfohlen wird auch die Zähne damit nicht zu putzen. Am Ende unsere Tour fuhren wir dann zum ersten Mal mit einem Tricycle vom Supermarkt zurück zur Parish of  San Jose. Sina und ich saßen in dem Wägelchen, was sehr klapprig und stickig war und unser Priester saß hinten auf dem Mofa drauf.

Bei uns ist es jetzt schon kurz vor 5 Uhr Nachmittags und Sina und ich treffen uns später mit Father Ray, unsere Kontaktperson, und trinken philippinisches Bier. Ich hoffe ich konnte meine ersten Eindrücke, die mich selber etwas überfordern, hiermit ein bisschen wiedergeben.

Mit ziemlich viel Heimweh und 6 Stunden Zeitverschiebung in die Zukunft grüßt euch,
Franziska

 

2 Kommentare

  1. Zacharias Steinmetz Zacharias Steinmetz 10. August 2012

    Wenn man sich langsam dran gewöhnt, kann man irgendwann auch mit dem Leitungswasser Zähne putzen und es trinken 😉

  2. Julia Capulet Julia Capulet 10. August 2012

    Gut zu hören, dass trotz des heftigen Regens bei euch alles in Ordnung ist! Ich hoffe, das bleibt so.

    Dicken Kuss