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Der etwas andere Sprachkurs

2010 gründete der Linguist Tobias Lorenz die Online-Sprachschule Global Video Conference, kurz: Glovico. Die Idee ist einfach: Muttersprachler aus Entwicklungsländern geben Sprachschülern aus Europa via Skype Unterricht und erhalten dafür einen fairen Lohn. Den Preis bestimmen die Lehrer aus Eritrea, Guatemala oder den Philippinen selbst. Mit Hilfe der Chat-Funktion schreiben sie Diktate, üben die Aussprache mit dem Headset oder korrigieren Hausaufgaben mit einer virtuellen Tafel. Ihr Gegenüber am Rechner in Europa kann den Lehrer beurteilen und so Empfehlungen für andere Nutzer abgeben. Hat sich Daouda Zongo aus Ouagadougou pünktlich zu Unterrichtsbeginn eingeloggt oder hat die neue Methode von Aubrey Esmeralda aus Dasmarinas funktioniert?

Inzwischen geben bei Glovico über 30 Lehrer aus verschieden Ländern Unterricht in 25 Sprachen, seit kurzem sogar in Hindi oder Tagalog. Knapp 2.000 Nutzer haben sich schon registriert, in diesem Jahr will das Unternehmen 50 Sprachen anbieten. „Wir wollen international führend im Online-Unterricht werden“, sagt der Gründer selbstbewusst. Lorenz begreift sich als Mischung aus Wohltäter und Unternehmer. „Natürlich will ich mir ein Gehalt zahlen und später vielleicht mal ein Haus bauen. Das würde ein Mitarbeiter einer NGO auch bekommen. Aber entscheidend ist für mich die Frage, wie ich dieses Geld verdiene, und dass die soziale Mission im Vordergrund steht.“

Tagalog-Unterricht gibt es ab 9 Euro pro Stunde
Mehr Infos unter www.glovico.org/en/filipino

Auszug aus einem Beitrag von Söhnke Callsen, erschienen am 21. Mai 2012 in ZEIT ONLINE