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Die zwei Gesichter Manilas

"New York" ManilasDie "Squatters" von ManilaManila ist die Hauptstadt der Philippinen und beherbergt inklusive aller Barangays (Ortschaften) etwa 19 Millionen Menschen. Um diese Stadt zu erleben bin ich gestern früh morgens mit Nicole, Tess, einer Sister und Sherwin gefahren. Nach etwa 7 Std. Fahrt mit sehr vielen kleinen und großen Pausen, denn auch die Frauen hier haben die ihnen typische „Autofahrt-Blase“, kamen wir endlich in Manila an. Allein 2 Std. Fahrt haben wir von äußeren Stadtring Manilas in die „Innenstadt“ gebraucht und dass ist nicht dem Verkehr, sondern der flächenmäßigen Ausdehnung Manilas zu zuschreiben. Zuerst sind wir in die das Herz Manilas eingedrungen um die riesigen Märkte und Stände in der Stadt zu sehen und mir und Nicole eine Kamera zu besorgen. Meine eigene mitgebrachte Kamera gab nämlich leider nach nur zweieinhalb Wochen Dienst ihren Geist auf und ich wollte euch und mir natürlich einige Impressionen sichern. Meine neue Kleine ist die „Canon Coolpix S2500“. Sie ist klein, schmal, handlich und macht ganz gute Fotos! Nicoles Kamera funktioniert noch aber sie wollte unbedingt ein kleines Schnäppchen mit den hiesigen Angeboten von Spiegelreflexkameras aus China machen. Nach einigem Stress und einiger Aufregung konnte sie sich diesen großen Wunsch selbst erfüllen und ist seitdem nicht mehr von diesem elektronischen Wunderwerk zu trennen und das einzige Geräusch welches ich momentan von ihr vernehme ist das Aufschnappen des Blitzes gejagt von einem kleinen mir mittlerweile sehr wohl bekannten „Klick“ 😉
Nach der Schnäppchenjagd ging es für uns weiter und raus aus dem Marktreiben in die wohlige „Kühle und Sauberkeit“ der ersten kleinen Mall in der wir einige Regenschirme für die Lehrer der hiesigen Schule besorgten, damit sie trockenen Fußes bei diesem Sauwetter in die Schule kommen. Dabei nutze ich die Gelegenheit um noch 2 kleinere Schnäppchen zu machen und mir dadurch ein Nationalteam-Basketballtrainingsanzug zu besorgen und ein „Angry Bird“-Shirt zu kaufen, das laut Nicole eins der beliebtesten „App´s“ für das IPhone sei. Ich fand einfach den Aufdruck cool 😀

Nach dieser weiteren Tour machten wir uns aus Zeitdruck schnell auf den Weg um noch die Kathedrale von Manila, die von den Spaniern errichtet wurde und den Keim des katholischen Glaubens auf den Philippinen darstellt, sehen zu können und einige Fotos zu schießen. Ich sage nur „Zshhh“ gefolgt von vielen kleinen „Klick“´s.

Natürlich durfte bei unserer Tagestour durch Manila auch nicht die größte Einkaufs-„Mall“ Asiens nicht fehlen, die „Mall of Asia“, die in ihrem Umfang alles erdenkliche toppt, was man in Europa finden kann! „Neben über 500 Einzelhandelsgeschäften beherbergt das Einkaufszentrum auch Arztpraxen, Filialen aller großen Banken, eine große Eisbahn, ein IMAX-Kino, sowie eine Kirche und ein Wissenschaftsmuseum. Täglich besuchen etwa 200.000 Menschen die Mall of Asia, an Wochenenden sind es teilweise zwischen einer halben und einer Million Besucher.“ (Zitat www.wikipedia.de). Man braucht laut unseren Freunden hier locker zwei ganze Tage um alles sehen zu können, was man möchte! Nicole und ich beschließen auf jedenfall nochmal hierher wiederzukommen, denn hier gibt es die wahrscheinlich einzigste Schlittschuhlaufbahn auf den Philippinen und ein riesiges Bowling-Center! Weihnachten kann kommen 😀

Nach einer etwa 5 Std. langen sehr verregneten und „schläferischen“ Heimfahrt kamen wir morgens wieder in Alaminos an und ich fiel nach einer eisigen „Eimerdusche“ in einen sehr guten, aber viel zu kurzen Schlaf. Da wir heute frei haben, aufgrund des „Feiertags der Nationalhelden“, werde ich gleich nach der Abfassung dieses Artikels einen weiteren Mittagsschlaf einbauen.

Ich möchte allerdings davor nochmal kurz auf den Titel dieses Artikels zurückkommen: „Die zwei Gesichter Manilas“. Ich habe gestern ein Manila kennengelernt in dem sich der Reichtum und die Armut Nase an Nase gegenüberstehen. Als wir uns auf dem Markt nach Früchten und Kameras umsahen wurde mir die enorme Armut dieser Viertel, in die ich niemals alleine reingegangen wäre, bewusst, denn ich habe die Leute auf dem Boden schlafen gesehen, voller Dreck und oft in dreckigen Pfützen des letzten Taifuns! Es hat mir im Herzen weh getan zu sehen wie ungerecht der ausreichend vorhandene Reichtum verteilt ist. Ich weiß, dass ich „im Dienste“ der kath. Kirche hier bin, aber ich muss auch dazu sagen, dass alle christlichen Kirchen in diesem Land mit ihren Priestern zu der wohlhabenden bis reichen Schicht des Landes gehört, auch wenn man natürlich dazu sagen muss, dass die Kirche hier sehr und umfassend engagiert ist und vielen Menschen ein besseres Leben ermöglicht durch Bildung, Gesundheitsvorsoge, ökologischer Landwirtschaft und weiteren Programmen. Aber zurück zu Manila: Ich habe gesehen, wie Kinder und alte Menschen verwahrlost in den Seitenstraßen lagen und schliefen oder sich aus dem Müll ihr Essen sammelten. Gleichsam sah ich in den Malls und den „guten“ Vierteln, wie dem Botschaftsviertel und den Vierteln um die Kathedrale, die vielen sehr wohlhabenden Filipinos und Filipinas, die auf einem sehr europäischen „Verschwendungslevel“ leben. Die „Mall of Asia“ stellt einen Wahnsinn der Kaufsucht und des ungeteilten Wohlstands dar, dem auch ich sofort wieder verfallen bin und mir erst bei der Reflexion heute Morgen und jetzt beim Schreiben klar wird wie verschwenderisch und verwöhnt die reichen oder wohlhabenden Teile unserer Gesellschaften die Ressourcen von allen zerstören und verschwenden. Der gestrige Tag trotz der vielen schönen Erlebnisse stellt für mich wieder ein einschneidendes und beeinflussendes Erlebnis der „realen Wohlstandsverteilung“ dar und diese Verteilung schockt mich zutiefst, denn sie ist weder demokratisch, noch freiheitlich, noch brüderlich! Wir sind zutiefst stolz in Europa auf unsere Errungenschaften und geistige „Reife“, aber gleichzeitig verraten wir durch unsere „sehende Ignoranz und Gleichgültigkeit“ diese Ideale, die für uns schon lange nur noch Vorzeigeideale sind.

Um die Leser dieser Seite zum Überdenken ihrer Situation zu bewegen werde ich euch noch einen Leitspruch mitgeben über den ihr vielleicht einen Zugang zu einem bewussteren und genügsameren Leben finden könnt:

„Der Vogel Menschheit hat zwei Flügel, Wohlstand und Armut. Er kann sich nur zu seine eigentlichen Bestimmung erheben, wenn beide Flügel gleichwertig entwickelt sind, wenn also keiner der beiden Flügel verkümmert oder erlahmt.“

Euer Dominic