Drücken Sie „Enter“, um den Inhalte zu überspringen

Die Zeit der letzten Male

Mein letzter Tag im Waisenhaus der Missionarinnen der Nächstenliebe liegt schon eine ganze Weile zurück. Am Dienstag ist nun auch mein letzter Arbeitstag im Altenheim der Little Sisters of the Poor gekommen. Ich verabschiede mich von den Alten, den Schwestern und Pflegern. Ein letztes Mal sehe ich die Kinder im Feeding Programm und helfe im Pfarrbüro.
Unsere Abreise rückt von Tag zu Tag näher. Schon bald beginnen die ersten Farewellparties. Allerorts verabschieden wir uns nun von denjenigen Menschen, die uns während unseres Jahres begleitet und unterstützt haben. Wann wir sie je wieder sehen werden, bleibt ungewiss.

Noch einmal fahren wir zusammen in den Urlaub und genießen in unseren letzten zwei Wochen die Einzigartigkeiten der philippinischen Landschaft. Und dann ist es auch schon fast vorbei, das eine lange und doch so kurze Jahr.

Ich erinnere mich noch gut an meine ersten Wochen auf den Philippinen. Eine aufregende Zeit voller neuer Erlebnisse, bewegender Eindrücke und interessanter Erfahrungen. Aber auch eine Zeit der Herausforderungen, eine Zeit der Zweifel und des Vermissens. Kann ich es wirklich schaffen zwölf lange Monate, in einem fremden Land, in einer völlig anderen Umgebung zu leben? Sicher war ich mir damals nicht.
– Nun, völlig fremd sind mir Land und Leute mittlerweile wirklich nicht mehr. Mit all ihren liebenswürdigen Eigenheiten, ihrer Gastfreundlichkeit, ihrer Offenheit und einer Lebensfreunde, die alles Schlechte vergessen lässt, habe ich sie wirklich in mein Herz geschlossen. Trotz der philippinischen Mentalität alles lieber etwas langsamer angehen zu lassen, hatte ich auch berufsmäßig immer etwas zu tun: im Waisenhaus, in der Grundschule, bei der Hilfsorganisation PREDA, im Altenheim, beim Feeding Program und in der Pfarrei. So ging das eine, anfangs so lange Jahr letztendlich doch unheimlich schnell vorbei.

Ein Lebensabschnitt geht damit zu Ende, doch ein neuer beginnt. Die Erinnerungen bleiben. Ich werde die Philippinen vermissen. Und dennoch, ich freue mich auf Deutschland!