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Abschied von Salasa

Am frühen Samstagmorgen brechen Sonja und ich auf nach Salasa. Auch dies, zum letzten Mal. Direkt nach unserer Ankunft setzen wir uns mit Koch Arman zusammen und machen einen Einkaufszettel. Die Liste wird lang. An die dreißig Gäste sollen satt werden. So geht es zuerst auf den Markt nach Lingayen. Den ganzen Nachmittag sind wir mit Kochen beschäftigt. Es gibt Pancit, Hähnchenschenkel und natürlich Reis. Denn an diesem Abend findet unsere Abschiedsfeier in meiner alten Einsatzpfarrei Salasa statt.

abschied_05Gerade rechtzeitig ist das Essen fertig. Die Party kann beginnen. Fast alle sind sie gekommen: Freunde und Bekannte, Ehrenamtliche aus dem Pfarrgemeinderat und anderen Arbeitskreisen, die alten Scholars wie auch die acht neuen. Sogar der Vizebürgermeister aus dem Nachbarort konnte ein wenig seiner kostbaren Zeit für uns opfern.
Die meisten von ihnen habe ich durch meine Zeit in Bolinao schon lange nicht mehr gesehen. Ich freue mich über das Wiedersehen, ein Wiedersehen, welches gleichzeitig auch ein Abschied ist.

abschied_03Father Bok begrüßt die Gäste, die Scholars geben eine kurze Gesangsdarbietung zum Besten, Dankesworte werden ausgetauscht. Auch ich bedanke mich offiziell für die gemeinsame Zeit mit den Leuten aus Salasa. Viele Gesichter werde ich nun für lange Zeit nicht wiederzusehen. Dennoch betone ich, dass es irgendwann ein Wiedersehen geben wird. Der Gedanke, es könnte ein Abschied für immer sein, schmerzt zu sehr.
Ich rede nur kurz, denn alle sind hungrig. Das Buffet ist kaum eröffnet, da stürzen sich schon alle aufs Essen. Schneller als gedacht leeren sich die Teller. Trotzdem wird jeder satt. Es dauert nicht lange und wir steigen auf Bier, Wein und Gin um. Die Stimmung ist ausgelassen. Wirklich jeder scheint seinen Spaß zu haben und den Abend zu genießen, auch obwohl wir auf Anmieten einer Karaoke-Maschine verzichtet haben. Ich bin froh, dass alles gut klappt. Erst nach Mitternacht geht die Party langsam zu Ende. Erschöpft falle ich in mein Bett.

Am nächsten Morgen stelle ich überrascht fest, dass alles bereits aufgeräumt und sauber gemacht ist. Maman, die gute Seele des Hauses, hat sich bereits den Überbleibseln unserer Feier angenommen. Ich bedanke mich bei ihr. Ob der fehlenden Aufräumarbeiten vergeht der Tag weitgehend ereignislos. Erst nach dem Abendessen setzen wir uns noch einmal mit Arman zum Kartenspielen zusammen. Auch das, zum letzten Mal. Ich werde die gemeinsamen Abende mit ihm vermissen.

abschied_09Als wir am darauffolgenden Tag Salasa verlassen schaue ich mich immer wieder um. Ich brauche etwas Zeit um mich vom alten Konvent zu verabschieden. Viele Erinnerungen hängen daran. Ich werde sie in meinem Herzen bewahren.

Im Anschluss an das Wochenende fahren wir in die Einwanderungsbehörde nach Dagupan. Dort bekommen wir unsere Exit Clearance, die es uns erlaubt das Land legal zu verlassen. Einer reibungslosen Ausreise steht nun nichts mehr im Wege!