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Vom Putzmann zum „Bäckermeister“

In Bolinao geht alles seinen gewohnten Gang. Die Website der Kirchengemeinde ist mittlerweile fertig. Dennoch gibt es im Pfarrbüro weiterhin viel zu tun.
Auch im Altenheim geht der Alltag weiter. Noch immer verbringe ich dort viel Zeit mit Putzen, helfe ab und an bei der Physiotherapie und nutze meine frei Zeit zwischendurch um den Kontakt mit den alten Leuten zu pflegen.

An diesem Dienstag komme ich ausnahmsweise mal ums Putzen herum. Heute darf ich nämlich in der Küche des Altenheims mithelfen und einer backbegeisterten Ordensschwester zeigen wie man deutsches Brot backt.
Ein Kartoffelbrot soll es werden. Genau dem Rezept folgend, löse ich also die Hefe auf, verrühre alle Zutaten und gebe schrittweise immer mehr Wasser und Mehl hinzu bis eine feste Teigmasse entsteht. In der hiesigen Großküche gibt es zwar eine Rührmaschine, für ein einziges Kilo Teig ist diese aber viel zu groß. So bleibt mir nichts anderes übrig als den Teig schweißtreibend mit der Hand zu bearbeiten. Die Schwester schaut mir dabei neugierig über die Schulter, notiert jeden meiner Arbeitsschritte aufmerksam in ihrem kleinen Notizbuch und löchert mich mit Fragen. Für mich, den völligen Brotbackamateur, ist das zu viel auf einmal: Beinahe vergesse ich dem Teig Zeit zum gehen zu lassen. Zum Glück bewahrt mich ein Kontrollblick ins Rezept vor dem Unglück.
Erst nach der Mittagspause geht es weiter. Ich forme zwei Brotlaibe und lasse den Teig ein weiteres Mal kurz gehen. Dann geht es ab in den Ofen!
Mit dem Konvektiomaten der Großküche komme ich nur bedingt klar. Ständig piept irgendetwas, und dass die Temperaturen in Fahrenheit angezeigt werden, verwirrt mich zusätzlich. Trotzdem hole ich nach einer Stunde Backzeit zwei frischduftende Laibe aus dem Backofen. Ein Wunder! Sie sind zwar etwas flach geworden, sehen ansonsten aber einfach nur köstlich aus. Etwas unkonventionell lassen wir das Brot mit einem Ventilator abkühlen und schneiden es auch alsbald an. Über den Geschmack kann man nicht meckern. Vielleicht ist die Kruste etwas zu kross. Die Schwester ist begeistert.

In Zukunft wird es wohl öfter deutsches Kartoffelbrot im philippinischen Altenheim der Little Sisters of the Poor geben.