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Noch einmal richtig kalt

Übers Wochenende begleite ich Father Jeremy nach Baguio. Wahrscheinlich ist es das letzte Mal vor meiner Abreise. Noch hat die Regenzeit nicht begonnen doch oben in den Bergen zieht einem die feuchte Kälte bereits unangenehm in die Glieder. Gewöhnt an die Wärme der Westküste fröstele ich so schon in langer Hose und T-Shirt.

In Baguio angekommen machen wir zunächst einen kurzen Abstecher ins Camp John Hay, einem ausgedienten Stützpunkt der US Army. Mit seinen ausladenden Tennisplätzen und einem luxuriösen Fünfsternehotel dient das großräumige Areal mittlerweile als Erholungszentrum für gut zahlende Touristen. Viele der Läden dort bieten ausschließlich importierte, in Dollar ausgepreiste Waren an. Ich stehe vor der Schokolade, kalifornischen Weinen und vielen anderen Leckereien. Die Versuchung ist groß, doch der Preis lässt mich ihr widerstehen. Father Jeremy nutzt hingegen diese besondere Gelegenheit und kauft Zahnpasta und Deo.
Im Anschluss daran liefern wir ein Mädchen aus der Pfarrei bei Verwandten von Father Jeremy in einem Vorort Baguios ab. Gerade erst achtzehn Jahre alt geworden, soll sie dort von nun an als Kindermädchen arbeiten. Richtig wohl scheint ihr dabei noch nicht zu sein. Ich kann sie gut verstehen – geht es ihr doch ganz ähnlich, wie mir vor etwas weniger als einem Jahr. Frisch von der Highschool beginnt für sie nun ein neuer Lebensabschnitt in einer neuen, für sie noch völlig fremden Umgebung. Noch kennt sie niemanden, versteht den hiesigen Dialekt nicht. Als wir uns verabschieden kämpft sie mit den Tränen. Doch sie schlägt sich tapfer.

Nach dem Abendessen steuern wir eine der zahlreichen Musikbars in der Stadt an. Erst beim zweiten Anlauf finden wir einen Türsteher, der uns auch mit Flip-Flops Einlass gewährt. Einem ausgelassenen Abend bei Bier und Livemusik steht daraufhin nichts mehr im Wege.
Für die Nacht kommen wir dann bei einer netten, alten Dame in ihrem noch älteren Haus unter. Sonst allein, freut sie sich mal wieder richtig Leute um sich zu haben. Wir werden gut umsorgt.

Am folgenden Tag geht es zum Shoppen in die Mall. Zusammen mit Father Jeremy genieße ich echtes italienisches Eis und Kaffee. Dann trennen wir uns und ich kaufe noch ein paar für die Bergprovinz so typische Webwaren und andere Souvenirs ein.

Auf dem Rückweg nach Bolinao lege ich außerdem noch einen kurzen Zwischenstopp in Salasa ein um alte Bekannte zu treffen, vor allem aber um Arman und Father Bok endlich wiederzusehen.