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Ein kostbares Gut

silaki_25Ein weiteres Mal besuchen wir an diesem Montagmorgen Silaki Island. Das dortige Trinkwasserprojekt ist so gut wie fertig. In den vergangenen Wochen wurden Rohre runter ins Dorf gelegt und Anschlüsse gesetzt. Die Regenzeit ist gekommen. Langsam aber sicher füllt sich der Tank. Mit geschätzten 125.000 Litern Fassungsvermögen soll er bei sparsamem Gebrauch sogar die Trockenzeit überstehen können. In absehbarer Zeit soll mit den verbleibenden Spendengeldern das Dach noch einmal um einige Meter zur Seite hin verlängert werden, um eine größere Ausbeute zu erzielen. Zusätzlich soll ein Gitter installiert werden um das Wasser vor Laubeinfall und anderen Verunreinigungen zu schützen.

silaki_21Eigentlich sind alle Vorkehrungen getroffen. Regnet es so weiter wie bisher könnte der Tank die Menschen vor Ort schon bald dauerhaft mit Trinkwasser versorgen. Doch noch ist der Tank verschlossen. Ein Vorhängeschloss versperrt den Inselbewohnern den Zugang zu ihrer Zisterne. Denn der hiesige Lokalpolitiker hat die Aufsicht über die Verteilung des Wassers an sich gerissen. Seiner Meinung nach könnten die Dörfler nämlich nicht verantwortungsvoll genug mit dem kostbaren Gut haushalten. Er wolle den Tank erst öffnen, sobald noch etwas mehr Wasser darin sei und die Menschen im Dorf ihre privaten Vorräte aufgebraucht hätten. —

Schade ist außerdem, dass der an sich noch recht neue Tank bereits erste Alterungserscheinungen aufweist. So fehlt an einer Seite bereits ein Teil des Daches. Auf der anderen bröckelt der Putz. Nun liegt es in den Händen der Menschen von Silaki, sich ihrer Verantwortung bewusst zu werden und sich um die Nutzung und Erhaltung ihres Tanks zu kümmern, sodass sie auch in Zukunft vom frischen Trinkwasser auf ihrer Insel profitieren können. Ich hoffe, die Kirche wird sie bei diesem Vorhaben nach Kräften unterstützen.