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Trügerische Bergidylle

Nach einem anstrengenden Wochenende geht es schon am frühen Montagmorgen weiter nach Sabangan, einem kleinen Ort in den Kordilleren, der Bergregion im Norden Luzons. Es ist Fr. Jeremys Geburtsort. Zusammen mit seinem Fahrer und zwei Scholars begleite ich ihn auf seinem Heimaturlaub. Die Autofahrt zieht sich über den ganzen Tag hin. Ein platter Reifen und einige Staus verzögern unser Weiterkommen erheblich. Erst nach Mitternacht treffen wir endlich in dem kleinen Bergdorf ein. Trotz der späten Stunde werden wir herzlich empfangen. Die Betten sind gemacht. Dankend suche ich mir eines aus und falle müde von der langen Reise geradewegs in einen tiefen Schlaf.

sabangan_02Der kommenden Tage vergehen ruhig. Ich lese viel. Wir schauen fern, essen, schlafen. Abends genießen wir die angenehme Kühle der Berge und sitzen bei einer Flasche Brandy mit Fr. Jeremys Verwandtschaft draußen auf der Terrasse beisammen und schwätzen.

Tags drauf machen wir einen Picknickausflug zu einem nahegelegenen Gebirgsbach an einer von Reisfeldern gesäumten Talsohle. Wir baden im eiskalten Quellwasser und genießen die Natur. Es ist wirklich idyllisch. Am Nachmittag zwingt uns dann allerdings der Regen zurück ins Haus. Zunächst nieselt es nur zaghaft, dann setzt der für diese Jahreszeit so typische Platzregen ein. Wenige Minuten später fällt der Strom aus.

Kaum richtig angekommen geht es am Donnerstag auch schon wieder zurück nach Pangasinan. Auf unserem Heimweg über die kurvenreichen Gebirgsstraßen offenbart sich das volle Ausmaß der gestrigen Regenfälle. Vielerorts hat es Erdrutsche gegeben. Ganze Straßenabschnitte sind verschüttet. Bauarbeiter beginnen gerade damit die Straßen wieder vom Schlamm zu befreien. An einigen Stellen sind Teile der Straße weggebrochen. Mit unserem SUV kommen wir zum Glück relativ gut voran. Trotzdem brauchen wir wieder einen ganzen Tag für die bescheidene Strecke von 250 Kilometern.