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In den kleinen christlichen Gemeinden

Die gestrige Nacht noch in den Knochen stehe ich an diesem Morgen wie die meisten anderen etwas später als gewöhnlich auf. Das lockere Vormittagsprogramm lässt dies glücklicherweise ohne Weiteres zu. Nach einem stärkenden Frühstück fahren wir für ein Interview in der Radiostadion des Bistums nach Alaminos. Kurz darauf werden wir zum offiziellen Fototermin mit dem Klerus gebeten. Usch bekommt dabei kurzer Hand ein Geburtstagsständchen von der gesamten Priesterschaft des Bistums inklusiver zweier Bischöfe gesungen. So etwas hat man auch nicht alle Tage.

Wir essen mit dem Klerus zu Mittag. Seit der Ankunft der deutschen Delegation sind die Mahlzeiten im Bischofshaus zunehmend international angehaucht. Es gibt Salat, Spaghetti und sogar eine Geburtstagstorte für Usch. Anschließend wird Kaffee serviert, natürlich aufgebrüht und aus der Kaffeemaschine.
Nach der obligatorischen Siesta sind wir zu einem Meeting mit Leadern einer Basic Ecclesial Community und verantwortlichen Priestern verabredet. Im Anschluss daran begleiten wir die leitenden Ehrenamtlichen der kleinen christlichen Glaubensgemeinschaften in eines der Barangays um an einem sehr charismatischen Wortgottesdienst teilzunehmen.

Leider ist viel auf Tagalog und zieht sich zusätzlich ziemlich in die Länge, sodass die Folgen einer zu kurzen Nacht schon bald nicht mehr zu verbergen sind. Beim anschließenden Bible Sharing werden wir in verschiedene Gruppen aufgeteilt und begleiten die entsprechenden Katecheten in ihre Wohnhäuser. Uns führt es in einen der abgelegensten Winkel des Barangays. Der etwa ein- bis anderthalb Kilometer lange Fußweg dorthin fällt so letztendlich länger aus als das eigentliche Bible Sharing selbst. Trotz der Kürze treten während der Reflexion nach der Lesung zum Teil sehr persönliche, unter die Haut gehende Lebensgeschichten zu Tage.

Zurück in Alaminos sind wir zum Dinner mit beiden Bischöfen eingeladen. Der strahlende Essensraum des Bischofhauses mit seinen weißen Wänden, dem glänzendem Besteck und seinen polierten Gläsern bietet ein einschlägiges Kontrastprogramm zu den Erlebnissen in den Barangays. Das Essen lenkt vorerst von eben jenen Eindrücken ab. Es schmeckt einfach fantastisch und wird perfekt von einem erlesenden italienischen Rotwein abgerundet.