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Auf zu PREDA!

Zum Ausgleich für das verpasste Abendgebet von gestern treffen wir uns heute nach dem Frühstück zu einem kurzen Reisesegen in der Kapelle des Priesterseminars. Danach kann unser Gepäck in die Fahrzeuge verladen werden. In Kolonne fahren wir nun immer an der Westküste Luzons entlang Richtung Süden. Unser Ziel ist die in der Hafenstadt Olongapo beheimatete PREDA Foundation. Auf einer Anhöhe gelegen hat man von deren Gelände aus einen wunderschönen Ausblick auf weitläufige Subic Bay und der in deren Mitte idyllisch gelegenen Grand Island.

Dort angekommen werden wir zunächst vom Vizepräsident der Stiftung in Empfang genommen. Mit Hilfe einer kurzen Präsentation erklärt er uns die Hintergründe, Entwicklungen und Arbeitsweisen der philippinischen Hilfsorganisation.
PREDA steht für People’s Recovery, Empowerment and Development Assistance. Sie wurde im Jahre 1974 vom irischen Columbanerpater Father Shay Cullen zusammen mit Alex Hermoso gegründet und setzt sich seitdem wegweisend für die Menschenrechte ein. In verschiedenen Departments arbeiten mehr als 80 Mitarbeiter an Projekten zur Rettung, Betreuung und Reintegration von missbrauchten Mädchen und Gefängniskindern. In Zusammenhang damit bietet PREDA ein umfangreiches Bildungsangebot für Schulklassen, Eltern und Offizielle und macht Lobbyarbeit. Es gibt ein Scholarship- und Feeding-Program.
Im Rahmen der Unterstützung Indiger Bevölkerunggruppen setzt sich PREDA maßgeblich für die Erhaltung und Rückgewinnung ureigener Landflächen ein, hilft beim Häuserbau und stärkt den Fairen Handel.

Wir werden herumgeführt und gewinnen auf diese Weise Schritt für Schritt mehr Einblicke in die Arbeitsweisen von PREDA. Wie eine so kleine Hilfsorganisation all diese vielen, grundverschiedenen Projekte in sechs kleinen Büros erfolgreich unter einen Hut bringen kann, werde ich in den kommenden Wochen während meines Praktikums erfahren.

Am Abend trifft sich die Gruppe zu einem kurzen Gespräch mit Father Shay. Man lernt sich kennen, es werden Hände geschüttelt und einige Worte gewechselt. Mit seinen über siebzig Jahren wirkt der Gründer der Stiftung noch immer fit und lebendig.
Nach dem Abendessen kommen wir im Rahmen unserer Reflexionsrunde außerdem mit zwei ehrenamtlichen Mitgliedern des TATORT Vereins ins Gespräch. Sie berichten von ihren Eindrücken ihres heutigen Besuchs im Gefängnis. Zusammen mit den professionellen Mitarbeitern von PREDA und einem staatlichen Sozialarbeiter ist es ihnen doch tatsächlich gelungen fünf Jungen aus einem Gefängnis in Manila freizubekommen. Plötzlich bekommt die Arbeit von PREDA ein Gesicht.