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Glühwein bei 25 Grad

Noch etwas benommen von der finalen Frühmesse vor dem Fest fahren Sonja und ich direkt im Anschluss daran mit Arman auf den Markt. Neben den alltäglichen Lebensmitteln stehen außerdem Zimt, Anis, Ingwer, Sternanis und Gewürznelken auf dem Einkaufszettel. Mit Armans Hilfe finden wir die Zutaten ohne Probleme. Zurück in Salasa steuert Father Bok noch zwei Flaschen Rotwein aus seiner privaten Sammlung bei. Unserer geplanten Mission steht so nichts mehr im Wege.
Folglich beginnt es in der Küche des Pfarrhauses nach dem Abendessen alsbald weihnachtlich zu duften. Es dauert nicht lange und der Glühwein nach Papas Geheimrezept ist fertig. Bei 25 Grad bringt uns das heiße Gebräu ganz schön ins Schwitzen, doch das nehmen wir gerne in Kauf. Fernab aller sonst so vertrauten, weihnachtlichen Geschmäcker, wird diese Kleinigkeit für uns zu einer wahren Gaumenfreude.
In allerletzter Minute kommt so also doch noch ein Hauch weihnachtlicher Atmosphäre auf.

Zwei Stunden und unzählige Tassen Glühwein später begeben wir uns, ganz wie es sich für Heiligabend geziemt, hinunter in die Kirche. Nach einer kurzen schauspielerischen Darbietung der Jugend beginnt um 22:00 Uhr die Christmette. Noch vor Mitternacht endet der Gottesdienst und wir fahren zu Mark nach Hause. Dort sind wir zu einem gemeinsamen Snack im Kreis der Familie eingeladen. Später kommen weitere Freunde und Bekannte Marks hinzu und wir sitzen noch bis in die frühen Morgenstunden gesellig bei Bier und Gin beisammen. Mit den ersten Sonnenstrahlen des neuen Tages treten wir langsam den Heimweg an. Schon wenig später falle ich todmüde aber zufrieden in mein Bett.

Die folgenden Tage vergehen ruhig. Wir genießen die Feiertage und das Nichtstun. Mit der Weihnachtsfeier der Pfarrei am letzten Samstag klingt auch in Salasa allmählich das Weihnachtfieber ab. Offiziell dauern die Feierlichkeiten allerdings noch bis zum 6. Januar an. Erst dann kann langsam wieder Normalität einkehren.