Drücken Sie „Enter“, um den Inhalte zu überspringen

Nordwärts

Gerade mal zwei Wochen gearbeitet und schon geht’s schon ab in den Urlaub.
Zugegebenermaßen ist der Zeitpunkt nicht gerade ideal gewählt, aber nur so hat Max, ein deutscher Freiwilliger aus Cebu (Visayas, Süd-Philippinen) die Möglichkeit uns zu besuchen und auf eine Reise in den Norden Luzons zu begleiten. Wir treffen uns an diesem Samstagnachmittag zunächst in Alaminos. Max ist bereits vor mir mit dem Bus aus Manila eingetroffen. Abends setzen wir uns zwecks einer ersten genaueren Planung der kommenden Woche zusammen. Ein neuer Taifun könnte uns noch einen Strich durch die Rechnung machen.

Am nächsten Tag stehen aber erst einmal lokale Sehenswürdigkeiten auf dem Programm. Wir zeigen Max die Hundred Islands. Obwohl für mich schon alles bekannt ist kommt angesichts der kleinen Inselchen mit ihren einladenden Sandstränden unter einer stahlenden Sonne und blauem Himmel sofort Urlaubsstimmung auf. Ich genieße Wasser, Strand, Sonne und Meer.

baguio_06In aller Frühe brechen wir am nächsten Morgen in Richtung Baguio auf. Die auf etwa 1500 m über dem Meeresspiegel gelegene Summercapital of the Philippines ist berühmt für ihr kühles Klima während des sonst so heißen Sommers. Während der vierstündigen Fahrt im nichtklimatisierten Langstreckenbus bekommen wir davon bereits eine ungefähre Ahnung. Bei geöffneten Fenstern lässt einen die Zugluft leicht frösteln. In Baguio angekommen kann man es aber trotz allem noch gut in kurzer Hose und T-Shirt aushalten. Die moderaten Temperaturen sind angesichts der sonst allgegenwärtigen schwülen Hitze angenehm erfrischend.
Kaum ganz aus dem Bus ausgestiegen spricht uns auch schon ein philippinischer Taxifahrer an und bietet seine Dienste an. Angesichts unserer bisherigen Erfahrungen mit lärmenden Tricyclefahrern sind wir zunächst skeptisch, doch schnell stellt sich der zurückhaltende Herr als sehr auskunftsfreudig und außergewöhnlich hilfsbereit heraus. So steht er uns bei der Suche nach einem geeigneten Hotel zur Seite und fährt uns daraufhin für einige wenige Pesos direkt dorthin. Dafür geben wir das Geld doch gerne aus.
Die Unterkunft stellt sich als vergleichsweise günstig und sauber heraus. Wir nehmen ein Dreierzimmer. Schnell legen wir unser Gepäck ab und gehen auf Erkundungstour. Erste Anlaufstelle ist die Shoppingmall in Baguio. Im Gegensatz zu den meisten anderen philippinischen Einkaufszentren ist dieses Gebäude auffallend anders konzipiert. Es gibt keine Klimaanlage, das Dach besteht aus luftigem Segeltuch und vom Balkon des obersten Stockwerkes aus hat man einen weiten Ausblick auf die Dächer der Stadt.
Nach einem gemeinsamen Kaffee steuern wir Baguios großen Markt an, auf dem vor allem lokale Erzeugnisse feilgeboten werden. Neben den üblichen Souvenirs gibt es zudem verschiedene Fruchtweine, Marmeladen und allerhand Webwaren zu kaufen. Besonders stechen jene Obst- und Gemüsesorten ins Auge, die in der Regel kaltes Klima bevorzugen und so auf den Philippinen eher rar sind. Im Anschluss daran fahren wir mit dem Jeepney in den Mines View Park, einem Aussichtspunkt unweit der Stadt, der einen fantastischen Blick in die umliegenden Täler bietet. Die eindrucksvolle Berglandschaft mit ihrer nordeuropäischen Vegetation erinnert auf den ersten Blick vielmehr an die Alpen oder Skandinavien als an das für die Philippinen Typische.
Zum Abendessen suchen wir ein kleines, recht versteckt gelegenes Restaurant auf. In gemütlicher Atmosphäre mit Blick auf das Lichtermeer der Stadt wird hier entgegen der traditionellen philippinischen Küche ausschließlich Vegetarisches serviert. Sehr lecker und erfrischend anders!
Wir lassen den Abend in einer nahegelegenen Bar entspannt ausklingen.