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Bohrende Fragen und Nasenbluten

Viele der Jugendlichen, die ich in den vergangenen Wochen insbesondere durch die beiden Zeltlager näher kennengelernt habe, sind wirklich nett und könnten vielleicht sogar zu so etwas wie Freunden werden. Mein Tagalog ist noch zu bruchstückhaft. Ich versuche es so oft es geht zu benutzen. Nichtsdestotrotz verstehe ich mich aber immer noch mit den Jugendlichen am besten, die auch gut Englisch sprechen können. Andere gehen mir dafür schon nach kurzer Zeit ziemlich auf die Nerven. Kommunikation kann sehr anstrengend sein, wenn sie nicht richtig funktioniert. Eine der Teamerinnen spricht zwar gut aber nicht gerne Englisch. Regelmäßig lässt sie daher einige Brocken Tagalog und Pangalatalk einfließen. Wenn sie dann auch noch die Hälfte des Satzes verschluckt und sich danach beschämt wegdreht erreicht mich letztendlich nur noch ein Bruchteil der ursprünglichen Botschaft. Komischerweise wundert sie sich daraufhin meist, warum ich sie nicht verstehen kann und ich ernte verständnislose Blicke. Zum Glück springt hin und wieder der ein oder andere Filipino doch mal über seinen Schatten und traut sich ein klein wenig mehr Englisch zu reden. Einfach hat es der Mutige wirklich nicht. So muss er ständig fürchten von seinen philippinischen Kumpanen ausgelacht zu werden, weil er nach Worten suchen muss, stottert oder keine angemessene Aussprache hat. Nosebleeding nennen sie das hier. Eine erfolgreiche Kommunikation wird so zusätzlich erschwert. Einfach mal locker unterhalten ist da nicht drin.
Nichtsdestotrotz sind viele der jungen Filipinos sehr neugierig. Manchmal dauert es seine Zeit, aber irgendwann will es jemand doch genauer wissen und stellt die erste Frage. Ist das Eis erst einmal gebrochen läuft es meist wie am Schnürchen. Zwar werde ich immer wieder mit den gleichen Fragen gelöchert, beantworte sie aber trotzdem weiterhin gerne. Vielleicht kann ich so ja ein kleines Stückchen dazu beitragen, dass manch ein Zuhörer mal ein wenig über den eigenen Tellerrand hinausschaut.
Hier eine kleine Auswahl der immer wiederkehrenden teils wirklich amüsanten Fragen:

Wie, ihr esst in Deutschland nicht zu jeder Mahlzeit Reis? Was esst ihr denn sonst?
Gibt es bei euch auch Hühner-, Schweine- und Rindfleisch?
Feiert ihr in Deutschland auch Weihnachten?
Spricht man in Deutschland Englisch? – Nein. – Oh, was denn sonst?
Liegt Frankfurt in Ost- oder West-Deutschland?
Weißt du wie man Geschirr mit der Hand spült? – Ähh, ja! – Oh, und ich dachte ihr benutzt in Deutschland nur Wegwerfgeschirr.
Fährst du zu Hause einen BMW oder einen Mercedes?

Ein Kommentar

  1. Tobit Tobit 25. November 2009

    .. oh nein es ist ein skoda luxusschlitten 😀