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Was bisher geschah

Langsam beginne ich mich hier in Salasa einzuleben. Die Leute sind nett. Mein Zimmer atmet mehr und mehr Persönlichkeit. Ich fühle mich zunehmend wohler, komme gut zurecht.
Das Leben folgt seinem gemächlichen Trott. Alltag kehrt vorerst nicht ein. Bisher ist nicht allzu viel geschehen. Dennoch möchte ich an dieser Stelle kurz über die Ereignisse der letzten Tage berichten.

Dienstag: Es beginnt zu regnen.
Father Bok hat ein Meeting in Alaminos. Ich begleite ihn und nutze die mir verbleibende Zeit um ein paar Einkäufe zu erledigen. Nachmittag und Abend klingen inhaltslos aus.

Mittwoch: Es regnet weiter.
Wir statten den Missionarinnen der Nächstenliebe einen kurzen Besuch ab. Sie leiten das Waisenhaus, in dem ich zukünftig viermal pro Woche jeweils vormittags von 8:00 – 12:00 Uhr arbeiten werde. Möglicherweise besteht zudem die Möglichkeit im Anschluss im angrenzenden Altenheim mitzuhelfen. Alternativ werde ich nachmittags nach Salasa zurückkehren und den Kindern der benachbarten Grundschule Nachhilfe in Englisch und Mathematik geben. Ein weitere Wochentag steht zudem für meine Hifle beim lokalen Feeding Programm zur Verfügung. Wie mir Father Bok unlängst berichtete, ist dieses allerdings bis auf weiteres eingestellt, da entsprechende Mittel fehlen. Er sagte mir jedoch zu, sich so bald als möglich mit der Partnergemeinde in Schwanheim in Verbindung zu setzen um etwaige Gelder zu beantragen.

Donnerstag: Noch immer regnet es ununterbrochen.
Flüsse treten über die Ufer. Deiche brechen. In Benquet, unweit des philippinischen Urlaubsortes Baguio, kommen 113 Menschen durch eine Schlammlawine ums Leben. In Dagupan stehen die Straßen unterdessen bereits kniehoch unter Wasser. Es bleibt zu hoffen, dass das Hochwasser nicht bis Salasa vordringt. Vorsichtshalber bringen wir alles Wichtige in Sicherheit. Zum Glück wohnen wir hier im ersten Stock. In den Flachland-Gebieten rund um Bugallon haben wir so außer nassen Füßen nichts weiter zu befürchten.
Trotz allem machen wir uns heute auf den Weg nach Dagupan. Wer mitgezählt hat weiß, dass wir nun schon seit acht Wochen auf den Philippinen sind. Wie schnell doch die Zeit vergeht! Zum ersten Mal steht also die Verlängerung unseres Visums an. Schließlich wollen wir unseren Freiwilligendienst nicht aufgrund einer Abschiebung vorzeitig beenden müssen. Abgesehen davon, dass uns das spärlich bedruckte Dokument ein halbes Vermögen von umgerechnet fast 70 € kostet, die nun in den Mühlen des philippinischen Staatsapparates versickern werden, können wir das Bureau of Immigration bereits nach einer halben Stunde Wartezeit erfolgreich wieder verlassen.