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Leben mit dem Hochwasser

hochwasser_08Eine kurze Nacht liegt hinter mir. Arman entscheidet, die Nacht über wach zu bleiben um den Wasserstand im Auge zu behalten. Ich leiste ihm Gesellschaft. Allen guten Vorsätzen zum Trotz, halte ich nicht lange durch. Gegen 3:00 Uhr siegt die Müdigkeit und ich gehe ins Bett. Keine gute Entscheidung. Schon um 8:00 Uhr morgens wecken mich die schreienden Babies in der Kirche. Fünf Stunden Schlaf tun nicht gut. Ich lasse das Frühstück ausfallen und erkundige mich zuallererst nach dem aktuellen Wasserstand. Ich erwarte Schlimmes. Doch erstaunlicherweise ist das Wasser seit letzter Nacht kaum merklich gestiegen. Auf der Straße steht es höchstens einen Meter.
Trotz dieser doch beachtlichen Beeinträchtigung geht das Leben in Salasa fast genauso weiter wie zuvor. Schnell stellt man sich auf wassertüchtige Fahrzeuge um. Andere nehmen das Wasser einfach als gegeben hin und waten anstandslos hindurch.
Die Trauergäste einer für heute geplanten Beerdigung scheinen daher vielleicht auch nur missmutig verstehen zu wollen, warum ihr Verstorbener nicht auf einem unter Wasser stehenden Friedhof beigesetzt werden kann. Auch die Kirche ist noch immer mit Flüchtlingen bevölkert.

Gegen Mittag verteilen wir die neu verpackten Hilfsgüter an die vom Hochwasser betroffenen Familien. Wenig später trifft Father Ed zusammen mit einer Delegation der philippinischen Caritas in Salasa ein und stellt weitere Hilfsgüter zur Verfügung.