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Flucht vor dem Hochwasser

Nachdem Father Ed in einigen umliegenden Barangays weitere Hilfsgüter vergeben hat nimmt er mich gegen Nachmittag mit zurück nach Alaminos. Anders als es vormittags noch möglich gewesen wäre, kann er mich nun nicht mehr direkt vor der Kirche abholen. Das Wasser ist zu hoch für den alten Pickup. Ich tue es also meinen Leidensgenossen gleich und wate durch die überschenkeltiefe, braune Brühe ohne eine Miene zu verziehen. Trotzdem ernte ich auf meinem Weg bis hin zur Hauptstraße nicht wenige erstaunte Blicke von meinen neuen Nachbarn.
Während der einstündigen Fahrt nach Alaminos trocknen Schuhe und Hose. Trotz dem Hochwasser in Salasa werde ich nur über Nacht bleiben und Sonja einen kurzen Besuch abstatten. Bei einem gemeinsamen Treffen lässt sich unser bevorstehender Kurztrip durch Nordluzon, den wir Ende Oktober zusammen mit einem weiteren Freiwilligen aus Cebu unternehmen werden, besser planen.
Abends sind wir außerdem mit zwei Filipinos aus der Gegend verabredet um zusammen etwas trinken zu gehen. Richtig gute Stimmung will nicht aufkommen. Über mehr als Smalltalk kommen wir nicht hinaus. Nach einiger Zeit versiegt der Gesprächsfluss vollends und wir treten den Rückweg nach Alaminos an. Vielleicht müssen wir noch ein bisschen warm werden. Zusammen mit Sonja lasse ich den angebrochenen Abend mit einer Flasche Gin ausklingen. Der Alkohol tut sein übriges.

Am darauffolgenden Tag kehre ich am späten Nachmittag nach Salasa zurück. Erstaunt stelle ich fest, dass all das Wasser über Nacht abgeflossen zu sein scheint. Aufräumarbeiten sind in vollem Gange. Die letzten Familien verlassen die Kirche.