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Malling

Ich lasse das Mittagessen bei Familie Layola ausfallen und treffe Sonja in der nahe gelegenen Shopping-Mall. Wir tauschen uns aus. Ganz zufrieden scheint sie nicht mit ihrer Unterkunft zu sein. Ich folge ihren Schilderungen mit gemischten Gefühlen. Zwar habe ich im Moment noch das Glück bei einer wirklich netten Familie zu wohnen, bald werde aber auch ich in besagtes Konvent umziehen. Die dort ansässigen Schwestern interessieren sich nur wenig, lassen sie mit etwaigen Problemen allein. Sonja soll gleich zu Beginn nahezu vollständig für eine neue Gasflasche zum Kochen aufkommen. Die spärliche Ausstattung an Töpfen und Pfannen erschwert die Zubereitung warmer Mahlzeiten zusätzlich. Ich hoffe, das gibt sich. Ständig auswärts essen zu gehen übersteigt auf die Dauer unseren finanziellen Rahmen. Allem Ärger zum Trotz gönnen wir uns an diesem Samstagmittag den Luxus. Kontrastprogramm ist angesagt: Wir meiden die asiatische Küche und steuern ein traditionsreiches amerikanisches Fast-Food-Restaurant an. Welch Abwechslung zum täglichen Reisangebot!

Gut gesättigt schlendern wir danach durch die riesige Mall. Schnell verlieren wir die Orientierung. Eigens für dieses Gebäude muss der Begriff Konsumtempel erfunden worden sein. Geschäft reiht sich an Geschäft. Es ist laut. Leuchtreklame überall. Verkäufer bewerben ihre Produkte. Menschen drängeln sich durch die überfüllten Gänge. Ich sehne mich nach Ruhe. Trotzdem wage ich es, einen der großen Department Stores zu betreten. Meine Sommergarderobe will noch etwas aufgestockt werden. Zum Glück, werde ich schnell fündig.

Wir lassen den Nachmittag mit einer Tasse aufgebrühtem Kaffee ausklingen und vergessen dabei Instantpulver und Coffeecreamer zusammen mit allen anderen Problemen.