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An die Himmelspforte geklopft

Nach dem Frühstück noch die letzten Habseligkeiten zusammensuchen, dann steige ich auch schon vollbepackt ins Taxi und ziehe zu Sonja ins Konvent um. Es trägt den Namen „Porta Coeli“ – Himmelspforte.
Anfängliche Startschwierigkeiten mit den Schwestern sind mittlerweile wohl bewältigt. Ich bin zuversichtlich.
Mein Zimmer ist geräumig. Ein Bett habe ich nicht. Stattdessen schlafe ich mit einer Matratze auf dem Boden, Aug in Aug mit den Kakerlaken. Ich schaue ins Bad. Auf den ersten Blick ist es klein. Auf den zweiten Blick fällt mir auf, was fehlt: Das Waschbecken. Da wird wohl die Dusche dessen Aufgaben ersetzen müssen. Leider überschwemme ich so bei jedem Waschgang das Bad. Mit meinen Flipflops trage ich die Nässe ins Zimmer. Gekocht wird draußen. Nach der Sprachschule braten wir im Dunkeln. Verbranntes sieht man nicht mehr, man riecht es nur noch. Ich denke, wir kommen klar. Es reicht zum leben, uns fehlt nichts.
Nach dem Abendessen gönnen wir uns je zwei Liter des philippinischen Starkbieres „Red Horse“. Das rote Pferd verfehlt mit sieben Umdrehungen nicht seine Wirkung.

Am nächsten Morgen wache ich mit dickem Schädel auf. Alles andere als himmlisch!