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Warten auf Manila

Endlich ist ein passendes Arrangement mit Sprachkurs und Unterkunft gefunden. Nächsten Montag soll es definitiv losgehen! Gerade erst vom Abitur erholt, wird dann aufs Neue die Schulbank gedrückt. Das heißt täglich zwei Stunden Sprachunterricht in Tagalog, danach neue Lerninhalte wiederholen und Vokabeln pauken.
Bis wir allerdings in diesen Genuss kommen, vertreiben wir uns die Zeit damit an Haussegnungen teilzunehmen oder Mitarbeiter des Social Action Centers auf Besuche in die Barangays zu begleiten. Trotzdem bleibt viel freie Zeit, die wir mit Lesen oder vor dem PC verbringen. Nicht sehr erfüllend, aber das gibt mir wenigstens die Möglichkeit erste Vorbereitungen für das nachfolgende Studium zu treffen.

Gestern war den ganzen Tag über der Strom weg. Grund dafür waren Wartungen am nächstgelegenen Kraftwerk. Zum Glück springt bei solchen Fällen das Notstromaggregat des Bistums ein. Trotzdem wunderte ich mich, warum kein anderes, benachbartes Kraftwerk die Energieversorgung übernimmt. – Die Antwort lag nahe: Es gibt hier in der Nähe einfach kein Kraftwerk, das über solche Kapazitäten verfügt.
Mein Interesse war geweckt. Der Strom schien auch auf den Philippinen nicht einfach nur aus der Steckdose zu kommen. Das wollte ich mir dann doch einmal näher ansehen. Kurz um, keine halbe Stunde später saß ich auf dem Mountainbike und radelte in Richtung des etwa 15 km entfernten Kohlekraftwerks in Sual. Von der stark befahrenen National Road ging es bald auf kleinen Gebirgsstraßen weiter. Viel sah ich nicht, als ich endlich angekommen war. Ein riesen Betonklotz ragte zwischen den Bergen empor. Zutritt zum Firmengelände für Unbefugte nicht gestattet! Etwas anderes war auch nicht zu erwarten gewesen. Nach einem kurzen Plausch mit dem Wachpersonal fuhr ich also den ganzen Weg wieder zurück. Immerhin saß ich so drei Stunden auf dem Fahrrad und kam mit dem guten Gefühl nach Hause, wirklich etwas getan zu haben.