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Quer durch Pangasinan

Paul entwickelt sich langsam zu unserem Chauffeur. Er kutschiert uns fast täglich quer durch die Provinz von Pangasinan.
So fahren wir heute zusammen mit ihm nach Bani, dem zukünftigen Einsatzort von Sonja. Wir begegnen einem nachdenklich wirkenden Priester. Er scheint sich über viele Dinge in seiner Pfarrei Gedanken zu machen und bestimmte Dinge manchmal auch in Frage zu stellen. Vielleicht ist er aus diesem Grund nicht sehr beliebt in seiner neuen Gemeinde. Mila deutet etwas an. Auf jeden Fall gibt es herrliches Kaffeegebäck bei Father Bobby: mit Kokos ummantelte kleine Teigbällchen mit gelber Fruchtfüllung. Leider fehlt nur der Kaffee zum Gebäck. Aber für Kaffee scheinen sich Filipinos nicht sehr begeistern zu können. Ähnliches gilt übrigens für Tee. Filipinos sind eben doch ganz besondere Asiaten. Nichtsdestotrotz entdecken wir Father Bobbys Leidenschaft für internationale Küche und das Kochen allgemein. Sonja wird sicher ihren Spaß haben.

Nach dem Mittagessen brechen wir direkt, ohne die mir mittlerweile doch ans Herz gewachsene Siesta, in Richtung Salasa auf. Wir treffen Father Bok, meinen zukünftigen Gastvater. Er ist nett und aufgeschlossen. Wirklich warm werden wir noch nicht. Aber das kann ja noch kommen. Ich denke, ich werde bestimmt eine gute Zeit dort haben. Auch das Zimmer meines Vorgängers Johannes gefällt mir gut.
Mir fallen die vielen Hunde auf, die überall herum wuseln. Die lebendigste von ihnen, Honey, ist der Liebling des Priesters. Mila scherzt, dass man bei ihr auf den Gedanken kommen könne, es sei Father Boks Freundin.

Wir fahren weiter nach Dagupan. Im Laufe meines Jahres werde ich hier wohl öfter hinkommen um in einem Alten- und Waisenhaus zu arbeiten. Heute sind wir nur da um Einkäufe zu erledigen. Ich hole mir endlich ein Insektenspray um die Ameiseninvasion in meinem Zimmer ein für alle mal zu beenden.

Auf dem Rückweg essen wir in Salasa zu Abend. Es gibt gegrillten Fisch und viel Gemüse, dazu frittierte Teigtaschen. Lecker. Leider kommt Father Bok ganz in philippinischer Manier etwa eine dreiviertel Stunde zu spät. Als er endlich kommt sind wir schon fast fertig mit dem Essen und haben kaum noch Zeit für ein Gespräch. Kurz darauf verlassen wir die kleine Gemeinde auch schon wieder und fahren nach Hause.
Erst jetzt fällt mir auf, wie schön das alte Gemäuer der Pfarrei in der Abenddämmerung wirkt. Der Garten ist idyllisch. Hier lässt es sich gut abschalten. Ich werde schon bald zurückkehren.