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Orientierung

In dieser Woche haben unsere Orientierungstage begonnen. Diese sollen dazu dienen dem Leben und Arbeiten in dieser für uns neuen Welt näher zu kommen und uns mit Land und Leuten vertraut zu machen. Fürs Erste wohnen wir also in der Bistumshauptstadt Alaminos um von dort aus Ausflüge in soziale Einrichtungen und angrenzende Pfarrgemeinden der Diözese zu unternehmen. Außerdem stehen Exkursionen zu landschaftlichen und kulturellen Charakteristika des Landes auf dem Programm.

Das hieß am Sonntag erst einmal langsam ankommen und abends in die Sonntagsmesse gehen. Besonders eindrucksvoll war, dass mitten im Gottesdienst ein mächtiges Gewitter heraufzog,  was kurz darauf den Strom ausfallen ließ. Die Messe wurde so im Kerzenschein und ohne Lautsprecherunterstützung fortgeführt. Mir war so, als sei man hier solche Zustände gewöhnt. Es brach keine allgemeine Verunsicherung oder gar schlimmeres aus. Jeder blieb ruhig auf seinem Platz auf den maroden Kirchenbänken sitzen und betete und sang inbrünstig weiter. Nur der ohrenbetäubende Donner gefolgt von grellen Blitzen ließ einige Kinder kurz zusammenzucken. Von der Messe, die ohnehin in Tagalog abgehalten wurde, war so nun wirklich kein Wort mehr zu verstehen. Direkt im Anschluss dieser doch etwas anderen Erfahrung von Gottesdienst ging es zum Abendessen. Danach wurden wir von den Priestern eingeladen, sie auf ihrem Ausflug in die nächstgelegene Strandbar zu begleiten. Bei philippinischem San Miguel und Kalamari lies es sich gut aushalten und man fand an diesem Abend noch zum ein oder anderen doch sehr amüsanten Gesprächsthema. Meine Kollegin Sonja beeindruckte mit den bewundernswerten Künsten des Zigarettendrehens und konnte daraufhin gleich in die Großproduktion einsteigen. Abnehmer fanden sich in dieser illustren Runde mehr als genug.

Am darauffolgenden Tag wurde nun endlich die genauere Planung des kommenden Jahres in Angriff genommen. Entgegengesetzt meinen Erwartungen hinsichtlich einer sehr lockeren und wenig ausgereiften Planung, wartete Generalvikar Rey, unser zeitweilige Gastvater, mit einem doch für philippinische Verhältnisse überaus ausgereiften Plan auf. So sollten wir die nun folgende Woche in Alaminos verbringen um uns dort an philippinische Gepflogenheiten zu gewöhnen und alles kennenzulernen. Anfang September solle es dann zurück nach Manila gehen um dort mit dem Sprachkurs für die in der Region verbreitete Sprache Tagalog zu beginnen. Erst danach würden wir in unsere jeweiligen Projekte im Bistum geschickt. So kommt Sonja wie vorgesehen nach Bani um dort mit behinderten Menschen zu arbeiten. Ich für meinen Teil übernehme größtenteils die Aufgaben, die mein Vorgänger Johannes bis kurz vor seiner Abreise inne hatte. So werde ich aller Wahrscheinlichkeit nach Salasa umziehen. Zwei Tage die Woche werde ich in den dortigen sozialen Projekten mitarbeiten. Die restlichen drei Tage fahre ich in ein Kinderheim der Provinzhauptstadt Dagupan um dort bei der Pflege mitzuhelfen. Father Rey deutete an, dass meine Computerkenntnisse in Zukunft wohl auch ab und zu in Alaminos gebraucht würden. Möglicherweise werde ich also zeitweise nach Alaminos zurückkehren um etwaige Computerprobleme zu beheben oder kleine Programme zum Ausbau der EDV-gestützten Bistumsverwaltung zu schreiben. Soweit zum Organisatorischen. –

Nach diesem doch sehr informativen und vielversprechenden Gespräch brachen wir am Nachmittag zum Strand von Bolo auf um dort auch mal die touristischen Vorzüge der Insel zu erleben. Unglücklicherweise fing es schon kurz nach unserer Ankunft an zu regnen und der geplante Ausflug fing buchstäblich ins Wasser. In der zurzeit herrschenden Regenzeit kein Wunder.

Nachdem das gröbste Unwetter vorüber war gingen Sonja und ich erstmals ohne einheimische Begleitung durch die Straßen von Alaminos. Der erste Eindruck: Ähnlich laut und chaotisch wie Manila, auch hier in der Provinz! Dennoch ist alles etwas ländlicher und überschaubarer. Zum Glück! Abends besuchten wir zusammen mit den Priestern eine in der Nachbarschaft wohnende Familie. Trotz ausgiebigstem Abendessen gab es auch hier noch etwas, wovon wir unbedingt mal probieren sollten. Ein „Nein, danke“ lassen die meisten Filipinos hier nur selten gelten. Mit viel zu vollem Magen ging es kurze Zeit später ins Bett.

2 Kommentare

  1. Marc D. Marc D. 19. August 2009

    Wie gut, dass du mal Programmieren gelernt hast, wie? 😉
    Weiterhin alles Gute!

  2. Chrissi Chrissi 20. August 2009

    Hey Großer!
    Klingt ja alles schon ganz viel versprechend. ich verfolge deinen blog jedenfalls mit spannung 😉
    schön, dass es dir gut geht!
    ich hofffe wir hören mal wieder voneinander!

    die chrissi