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Essen in allen Variationen

Mit der kurzen und knackigen Erklärung „Today is wet market, let’s go there!“ verlassen wir heute mit den beiden Brüdern Paul und Frances den Speisesaal und brechen auf in Richtung Stadtkern. Wir scheinen zum Markt zu gehen, so viel habe ich verstanden. Was daran aber jetzt genau so besonders nass sein soll, das erschließt sich für mich auf den ersten Blick noch nicht. Nach dem Betreten der Markthalle wird es umgehend deutlich: Es wird Fisch verkauft. Und Fisch schwimmt wohl nicht nur gern lebend und später auf dem Teller. Nein, anscheinend mag er es auch während des Verkaufs feucht fröhlich.
markt_04Wir betrachten interessiert und teilweise doch etwas angeekelt die verschiedenen Auslagen. Neben Fisch und anderen Meeresfrüchten wird auch Fleisch in allen Variationen verkauft. Das Angebot geht über Rind und Schwein, bis zu Geflügel – alles natürlich mitsamt Innereien, Kopf, Krallen oder Klauen. Davon einmal abgesehen gibt es natürlich auch Obst und Gemüse. Das Obst hat es uns dabei besonders angetan. Man findet kaum etwas, das einem auf den ersten Blick bekannt vorkommt. So gibt es zum Beispiel alle möglichen Erscheinungsformen von Litschi-ähnlichen Früchten, alle natürlich mit ganz besonderem Geschmack und keineswegs dem ähnlich was wir zu Hause als Litschi kennen. Auch von Bananen gibt es nicht nur eine Sorte. Nein! Es gibt große und kleine, feste und weiche, mit gelbem und mit weißem Fleisch. markt_02Manche eigenen sich zum Kochen und Backen, andere sollte man am besten roh verzehren. Auf diese Weise könnte man die reichhaltige Angebotspalette der Obststände unendlich weiter ausführen. Ich möchte an dieser Stelle aber lieber den Bildern den Vortritt lassen.

Als wir aus der stickigen Markthalle hinaus ins Freie treten bieten uns sofort ein Dutzend Tricyclefahrer lautstark ihre Dienste an. Wir gehen auf eines der Angebote ein und fahren per Tricycle nach Lucap, der Anlegestelle zum Nationalpark „Hundred Islands“. Wir nehmen zwei der dreirädrigen Gefährte. Jeweils zu zweit in einem, sitzt einer auf dem eigentlichen Moped hinter dem Fahrer, lucap_01der andere im Sozius. Sonja und ich haben den Vorzug den Sozius in Beschlag nehmen zu dürfen. Diese Tricyclefahrer rasen ja über die Straße als ob der Teufel hinter ihnen her wäre. Da ist es doch angenehm möglichst viele Stellen zum festhalten zu haben. Die beiden Fahrer machen doch wirklich ein Wettrennen, wer schneller am abgesprochenen Ziel ist … Sonja gewinnt mit knappem Vorsprung!
In Lucap angekommen, werden wir direkt  von einer Schar Souvenirhändler überfallen. Den angebotenen Kitsch lehnen wir dankend ab. Wir setzen uns in eine kleine, halb übers Wasser gebaute Strandhütte und essen die zuvor beim Markt gekauften exotischen Früchte. Der Ausblick ist traumhaft!
lucap_04Zwei kleine Jungen, deren Eltern das Schulgeld nicht abbringen können, werben darum Münzen ins Wasser geworfen zu bekommen, damit sie danach tauchen können. Eine charmante Art zu betteln. Trotz meinem Lachen bringt es mich zum Nachdenken.

Kurz darauf fahren wir mit dem Tricycle zurück nach Alaminos. Diesmal gewinne ich mit meinem Fahrer das Rennen! Eine verdiente Revanche. Nach dem Mittagessen geht es weiter zu einer Geburtstagsfeier eines befreundeten Priesters in einen kleinen Ort am Rande der Provinz. Das Festmahl fällt üppig aus und ist sehr lecker. Wir werden gewarnt. Auf einer Platte sei trotz Verbot der Landesregierung Hundefleisch zu finden. Ich schenke dem zunächst keinen Glauben und tue es als einfache Flachserei ab. Trotzdem bin ich vorsichtig, was ich als nächstes in den Mund nehme.
Nach diesem zweiten Mittagessen werden wir von Lehrerinnen eingeladen, die angrenzende Schule zu besuchen. Anders als gestern sind die Kinder dort aufgeschlossen und auch etwas mutiger. Sie stellen Fragen, schütteln Hände und wir machen ein gemeinsames Foto.
Danach gehen wir zum nahegelegenen Strand. Das Schwimmen sei hier nicht zu empfehlen, so sagt man uns, da das Dorf an dieser Stelle all seine Abwässer ins Meer entlässt. Auf dem Rückweg kommen wir an einer Feuerstelle vorbei, auf der kürzlich ein kompletter Hund gegrillt worden war. Kopf und Pfoten liegen noch neben dem Feuer. Ich schlucke nur. Diesen Anblick hätte ich mir gerne erspart. Ein Bild, was ich so schnell nicht vergessen werde.

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