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Ein leerer Magen

Samstags und sonntags folgt ein Gottesdienst dem nächsten. Die Priester sind rund um die Uhr beschäftigt und wir auf uns allein gestellt, haben also das ganze Wochenende frei.
Ich nutze meine freie Zeit und schlafe erst einmal aus. Zwar verpasse ich so das Frühstück, aber – so blöd es klingt – verhungern werde ich nicht. Die Bischofssekretärin Mila achtet nämlich bei jeder Mahlzeit penibel darauf, dass wir ja reichlich essen und auch wirklich alles probiert haben. Dass wir auf unseren Besuchen quer durch die Diözese beinah jedes Mal zum Essen eingeladen werden, lässt sie nur selten gelten.

Mit einer angenehmen Leere im Magen stehe ich auf.

Zuallererst wasche ich meine Unterwäsche, per Hand versteht sich. Die Wäscherei nimmt diese nämlich nicht an. Schlimm ist das nicht. So habe ich an diesem Morgen wenigstens etwas Sinnvolles zu tun. Das Waschen mit der Hand stellt sich als eine Tätigkeit heraus, bei der man die Gedanken einfach mal schweifen lassen kann. Nachdem die nasse Wäsche samt Gedanken auf der Leine hängt, breche ich auf um den Rest meiner Wäsche bei der Wäscherei abzuholen. Ich empfange ein sauberes und sorgfältig zusammengelegtes Paket.

In der Mittagspause erregt eine Mutter mit ihren drei Kindern meine Aufmerksamkeit. Sie sitzen im Durchgang zum Gästehaus und machen sich begierig über eine Schüssel Reis her. Sonja erzählt später, dass die Familie völlig ausgehungert ins Pfarrbüro kam. Für die erste Hilfe wurde ihnen daraufhin erstmal etwas gekocht. Diese Leere im Magen war gewiss nicht mehr angenehm.

Am Nachmittag fahre ich mit dem Fahrrad nach Lucap. Sonja folgt mit dem Tricyle. Fast zeitgleich kommen Zweirad und motorisiertes Dreirad an dem kleinen Hafen an. Der Blick auf die Hundred Islands und das stetige Treiben der Bootsleute schafft eine tolle Atmosphäre zum Lesen und Tagebuch schreiben. In der unmittelbaren Umgebung finden sich zudem immer wieder interessante Motive, die es mit der Kamera festzuhalten gilt.

Ein Kommentar

  1. Nico Nico 23. August 2009

    Hey Zagga,
    hoffe dir gehts gut! Solange du nicht
    verhungerst, ist alles ok!

    Bis dann
    Nico