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fid-Seminar: 4. & 5. Tag

An diesem Wochenende gestaltete Leonel Brug seinen interaktiven Vortrag zum Thema „Interkulturelle Kommunikation“.

Die zentrale Fragestellung am ersten Tag beschäftigte sich vor allem damit, was genau eine Kultur ausmacht und wo Unterschiede und Gemeinsamkeiten verschiedener Kulturen liegen. So sind Missverständnisse und Probleme in interkulturellen Beziehungen in der Regel durch kulturell unterschiedlich geprägte Grundannahmen vorprogrammiert. Unter diesen Grundannahmen lassen sich zwei Typen deutlich von einander abheben: Die universale Denkweise und die partikulare Denkweise.
Im nordeuropäischen und -amerikanischen Kulturkreis herrscht die universale Denkweise vor. Sie stützt sich auf eine objektive und auf Recht und Gesetz basierende Grundeinstellung. Konflikte werden dabei zu Gunsten dieser zugrundeliegenden Werte und Normen gelöst.
Dem gegenüber steht die partikulare Denkart. Sie herrscht in den südlichen Ländern Europas, sowie in Afrika, Südamerika und Asien vor. Ihr liegen vermehrt Werte und Normen zugrunde, die auf die individuelle Persönlichkeit der Menschen eingehen. Es geht also eher um eine subjektive Grundannahme. Probleme werden demnach auch nach diesen Annahmen gelöst.
Ein weiterer Unterschied in den Kulturen ist das Merkmal der Häufung von Ich-Menschen und der Wir-Menschen. Bei Ich-Menschen ist das Gewissen größer als die Scham. Sie sagen also in der Regel, was sie meinen. Ihnen ist vor allem die inhaltliche Botschaft ihrer Aussagen wichtig.
Wir-Menschen hingegen legen bei der Qualität zwischenmenschlicher Beziehungen Schwerpunkte. Bei ihnen ist die Scham größer als das Gewissen. Ihre persönliche „Wahrheit“ hängt dementsprechend mit davon ab, was andere von ihnen hören wollen.

Am zweiten Tag rückten die Themen „Vorurteile“ und „Kulturshock“ in den Vordergrund. Es wurde näher auf die Entstehung von Vorurteilen eingegangen, wie sie uns helfen eigenen Stärken und Schwächen besser verstehen zu lernen und wie man Vorurteile reflektieren und letztlich auch abbauen kann. Auf den zweiten Blick werden so aus Vorurteilen ganz normale positive Eigenschaften, die wir – ginge es um uns – als Tugenden verstehen würden.
Zum Schluss ging Leonel Brug noch auf die verschiedenen Phasen eines Kulturshocks ein. Ein solcher Kulturshock werde aus Expertensicht unvermeidlich auf uns zukommen. Es liege an uns, wie er sich gestalten werde und wie wir damit fertig werden. Bei dessen Bewältigung helfen zum Beispiel eine eingehende Vorbereitung, gefestigte Strukturen im Einsatzland sowie Notanlaufstellen auf die im Falle eines Kulturshocks zurückgegriffen werden könnte.